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Baum des Jahres

Flatterulme ist Baum des Jahres 2019

Die Flatterulme wird 2019 im Mittelpunkt vieler Aktionen stehen. Dies entschieden am 9. November 2018 die Mitglieder des Kuratoriums Baum des Jahres. 

Die Flatterulme ist eine seltene Baumart, deren Erhalt einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz leistet. 

Sie ist die Leitbaumart heute selten gewordener Bach- und Flußauen. Allerdings gilt ihr feuchter Lebensraum als bedroht, weil viele Auen landwirtschaftlichen Flächen weichen. Heute zählt sie in Deutschland zu den seltenen Baumarten. 

Die Flatterulme gehört nicht zu den Bäumen, die wir sofort erkennen. Ein Erkennungszeichen ist die Asymmetrie der Blätter am Blattgrund (siehe Foto, Quelle: pixabay). 

Die Unterseite der Blätter ist dicht grau behaart. Ulmensamen findet man manchmal auf Gewässern treibend. Die kleinen „Ufos“ können besonders gut schwimmen und gelangen so an neue Standorte.

Ulmenholz gehört zu den sehr festen und elastischen Hölzern. Eine bevorzugte Verwendung findet Ulmenholz (genannt Rüster) in der Anfertigung von massiven Möbeln. Im Erdboden und unter Wasser ist das Holz sehr dauerhaft, weshalb es auch gerne für den Brückenbau eingesetzt wird.


Baum des Jahres 2018 - Edelkastanie

Im Oktober jeden Jahres wird von einem Expertengremium, in dem die SDW Mitglied ist, der Baum des Jahres für das folgende Jahr ausgewählt.

Die Auswahlkriterien für die Wahl eines Baumes sind sehr unterschiedlich: So soll durch die Wahl zum Baum des Jahres entweder auf die Seltenheit einer Baumart, auf die Gefährdung durch neuartige Waldschäden oder Baumkrankheiten, auf die Bedeutung eines Baumes für die Menschen oder auf die Relevanz der Bäume für ein Ökosystem hingewiesen werden.

Die Motivation, eine Baumart für ein Jahr besonders hervorzuheben, ist eine ähnliche wie beim Tag des Baumes. Mit Hilfe des "Baum des Jahres" sollen der Bevölkerung ökologische, forstliche oder naturschutzfachliche Zusammenhänge verdeutlicht werden. Waldbesitzer und Forstdienststellen sollen auf neue waldbauliche Möglichkeiten, die letztlich zu einem artenreichen Mischwald führen, hingewiesen werden. Städte und Grünämter werden durch die Wahl einer Baumart zum Baum des Jahres dazu angeregt, bei Neupflanzungen insbesondere diese gewählten Bäume zu verwenden. 


Kurzcharakteristik Edelkastanie:

In Deutschland gibt es die größten Vorkommen im südwestdeutschen Raum in den klimatisch bevorzugten Weinbauregionen. Zu nennen sind hier der Taunus, die Vorderpfalz, die Ortenau, die Bergstraße, der Rheingau, die Moselgebiete und auch der Untermain. Solitär oder in Gruppen in Parks und Gärten, Hainen und Wäldchen ist sie bundesweit zu finden.

Lichte Wälder mit Edelkastanien sind wegen ihrer Strukturvielfalt wertvolle Lebensräume. Sie werden von einer großen Anzahl von Insekten und Käfern besiedelt. An einzelnen Edelkastanien wurden seltene Flechten und Moosarten entdeckt, die teilweise als ausgestorben galten. Auch für die Bienen ist sie eine wichtige Nahrungsquelle. Eichhörnchen, Siebenschläfer und Krähen sorgen für die Ausbreitung der Maronen oder umgangssprachlich „Keschde“ genannten Früchte. Die versteckten Nahrungsvorräte keimen dann, wenn sie vergessen wurden, im Frühjahr. Aus den Samen gekeimte Bäume tragen erstmals mit etwa 25 bis 35 Jahren Früchte.

Das Holz der Esskastanie ist mit dem der Robinie das dauerhafteste, das wir in Europa haben. Noch heute spielt es als Holz für Rebpfähle eine wichtige Rolle. Ebenso erlebt es eine Renaissance in der Möbelherstellung, bei der Lawinenverbauung im Bergwald und erzielt hohe Preise.

Dank ihres hohen Stärkeanteils von 43 Prozent waren die Maronen über Jahrhunderte ein wichtiger Bestandteil der Armenkost im Süden Europas, bis sie durch die Kartoffel ersetzt wurden. Aufgrund ihrer Glutenfreiheit und der aktuellen großen Nachfrage nach hochwertigen Bio-Lebensmitteln ist die Esskastanie auch in diesem Bereich stark gefragt.

Im vergangenen Jahrhundert wurde die Esskastanie durch einen eingeschleppten Pilz vor allem in Südeuropa dezimiert. Durch erfolgreiche biologische Bekämpfung erholt sie sich deutlich. Die Edelkastanie wird in unseren Wäldern als klimatoleranter Baum in Zukunft eine deutlich größere Rolle spielen.


Steckbrief der Edelkastanie:

Familie: Buchengewächse

Alter: teilweise bis 500 Jahre

Höhe: bis 35 m

Durchmesser: bis 200 cm

Verwendung: Möbel, Lawinenverbauung, Schiffsbau