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Schutz des Waldes

Weihenstephaner Erklärung

Wälder sind für unsere Gesellschaft unverzichtbar.

Sie liefern Rohstoff und Energie, schützen den Boden vor Austrocknung und Erosion, regulieren den Wasserhaushalt, verbessern Klima, Luft- und Wasserqualität, sind Rückzugsraum für Tiere und Pflanzen, Ruhe- und Erholungsraum für die Menschen und dienen deren Gesunderhaltung.


Der Wald und seine Funktionen sind in Gefahr.

Der Klimawandel gefährdet insbesondere Baumarten, die anfällig für Hitze, Trockenheit, Sturm oder Schadinsekten sind. Er verändert die Waldgesellschaften und beeinträchtigt deren Funktionen. Waldbesitzern und Holzwirtschaft drohen erhebliche wirtschaftliche Schäden – dabei gehört der Sektor Forst und Holz zu den wichtigsten Branchen in Bayern.


Wald und Forstwirtschaft mildern den Klimawandel.

Seit Jahrhunderten trägt die Forstwirtschaft durch Neubegründung von Wäldern und nachhaltige Bewirtschaftung zur Stabilisierung des Klimas bei. Durch die Speicherung von Kohlenstoff in Wald und Holz und die Verwendung von Holz als Rohstoff und CO2-neutralem Energieträger werden enorme Mengen an Treibhausgasen vermieden.

Diesen Beitrag zum aktiven Klimaschutz wollen und können wir verstärken!

Stabile Wälder und intelligente Holznutzung bilden eine Schlüsselrolle im Klimaschutz. Walderhaltung und -mehrung sind daher für den Klimaschutz wichtige politische und gesetzliche Ziele. Nachhaltiges Handeln muss vom forstlichen Wirtschafts- zum globalen Überlebensprinzip werden.

 

Wir wollen deshalb

  • unsere Wälder und ihre nachhaltige Nutzung an den Klimawandel anpassen,
  • dauerhaft die Wälder als Kohlenstoffspeicher erhalten und gleichzeitig möglichst viel Holz bereit stellen und
  • die Verwendung von Holz als Werkmaterial der Zukunft und klimafreundliche Energiequelle steigern.


Wald und Forstwirtschaft sind Opfer – und zugleich unverzichtbare Helfer im Kampf gegen den Klimawandel! Klimaschutz und Anpassungsmaßnahmen erfordern Geld sowie engagierte Waldbesitzer und ausreichend viele qualifizierte Forstleute und Beschäftigte.


Prävention ist preiswerter als Reparatur. Deshalb müssen wir vorausschauend in Bäume und Köpfe, in Hände und Werkzeuge investieren! Waldbesitzer und Forstwirtschaft können dies nicht allein aus eigener Kraft leisten, sie erwarten zusätzlich Unterstützung durch Staat und Gesellschaft.

  • Der Freistaat Bayern hilft beim Aufbau zukunftsfähiger Wälder und bei der Anpassung an den Klimawandel im Rahmen der verfügbaren Mittel und Stellen nach Kräften mit – politisch, fachlich und finanziell; die entsprechenden Maßnahmen im Klimaprogramm Bayern 2020 sind ein richtiger Weg.
  • Bis 2020 sollen allein im Privat- und Körperschaftswald rund 100.000 Hektar in klimatolerantere Mischwälder umgebaut werden.
  • Der Bund wird aufgefordert, aus den ihm für CO2-Senkenoption und Emissionshandel zufließenden Mitteln einen „Wald-Klimafonds“ für Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen im Forstbereich zu bilden.
  • Der wegen des Klimawandels verstärkten Bedeutung von Forschung und Lehre, Beratung und Förderung, Aus- und Fortbildung ist Rechnung zu tragen. Für die Forstpraxis sollen rasch insbesondere standortbezogene Anbauempfehlungen für alle unter künftigen Klimabedingungen geeigneten Baumarten geliefert werden.
  • Für die Waldbesitzer sind günstige Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Holznutzung im Rahmen der Nachhaltigkeit zu steigern; in Gebieten mit geringem Waldanteil sollen Aufforstungen wirksam unterstützt werden.
  • Für eine nachhaltige Bewirtschaftung sollen strukturelle Nachteile nach Maßgabe des Waldgesetzes durch bedarfsgerechte Walderschließung, Waldneuordnungen sowie zuverlässig unterstützte, effiziente forstliche Zusammenschlüsse abgebaut werden.
  • In allen Bereichen der Gesellschaft ist auf eine verstärkte Verwendung von Holz als Roh-, Bau- und Werkstoff und als regenerative Energiequelle hinzuwirken; wir werden dabei mit gutem Beispiel vorangehen.
  • Ohne intakte Schutzwälder drohen im Gebirge bis weit ins Vorland enorme Gefahren; die Risikobereiche sind flächendeckend zu identifizieren und die Anstrengungen zur Schutzwaldpflege und -sanierung im Rahmen der Bergwaldoffensive zu verstärken.
  • Angepasste Schalenwildbestände nach dem gesetzlichen Grundsatz „Wald vor Wild“ sind Voraussetzung für Waldumbau und stabile Wälder, vor allem im Gebirge; zur Umsetzung brauchen wir die verantwortungsvolle Mithilfe aller Beteiligten, insbesondere der Jäger.
  • Entwässerung von Mooren führt zum Torfabbau und verwandelt sie von CO2-Speichern in CO2-Quellen; geeignete Moore sollen daher stabilisiert werden.
  • Wald und Forstwirtschaft brauchen in erster Linie Sonnenenergie für das Wachstum der Bäume. Der Verbrauch an fossiler Energie bei der Bewirtschaftung des Waldes wird unter anderem durch effiziente Arbeitsverfahren und moderne Technik soweit wie möglich reduziert.


Gemeinsam, solidarisch und entschlossen handeln!

Wald und Forstwirtschaft sind breit aufgestellt und in der Gesellschaft verwurzelt. Unsere Solidarität gilt unseren Kindern und Enkeln sowie weltweit den Menschen, die am stärksten vom Klimawandel betroffen werden.

Die Weihenstephaner Erklärung ist ein Signal der Einigkeit und des Aufbruchs: Die Herausforderungen, die der Klimawandel an die gesamte Gesellschaft stellt, müssen bewältigt werden. Wald und Forstwirtschaft spielen dabei eine aktive und führende Rolle, jetzt und in Zukunft!