StartseiteInhaltKontaktImpressumDrucken
HelfenSpendenMitglied
 

Zitatsammlung

 

Der Wald im Zitat




Die Sammlung von Zitaten baut auf einer Sammlung der Bayerischen Staatsforstverwaltung aus dem Jahre 1978 auf, die damals Reinhold Erlbeck und Frau Lieselotte Eichhorn zusammengestellt haben.

Die dargebotene Auswahl versucht einen Einblick in das politische, philosophische und künstlerische Gedankengut unserer Tage und vergangener Epochen zum Thema Wald zu ermöglichen, wie es im Vorwort heißt.

Eine solche Sammlung kann nie vollständig sein. Wir bitten deshalb alle Leser uns bei dem Ausbau des Fundus behilflich zu sein und weitere interessante und zitierenswerte Aussprüche, Redewendungen Verse und Gedichte zu zusenden.

Die Sammlung gliedert sich in folgende Kategorien:


Wald, Baum und Mensch
Forst- und Gesellschaftspolitik
Zukunft
Funktionen
Waldzerstörung
Nachhaltigkeit
Waldbauliches
Holz
Wild und Jagd
Volksweisheiten
Dichtung
Verschiedenes


Stand: 10.04.2003

Gruppe: Wald, Baum und Mensch


Wenn man nicht feste, ruhige Linien am Horizont seines Lebens hat, Gebirgs- und Waldlinien gleichsam, so wird der innerste Wille des Menschen selber unruhig, zerstreut und begehrlich.

Friedrich Nietzsche



Glaube mir, denn ich habe es erfahren, du wirst mehr in den Wäldern finden als in den Büchern; Bäume und Steine werden dich lehren, was du von keinem Lehrmeister hörst.

Bernhard von Clairvaux



Das Erlebnis eines Frühlingswaldes kann dich mehr über den Menschen lehren, über Moral, das Böse und das Gute, als alle Weisen.

William Wordsworth



Holz ist ein einsilbiges Wort, aber dahinter verbirgt sich eine Welt der Märchen und Wunder.

Theodor Heuß



Wenn wir traurig sind und das Leben nicht mehr ertragen können, dann kann ein Baum sprechen: Sei still! Sieh mich an! Leben ist nicht leicht, Leben ist nicht schwer. Das sind Kindergedanken.

Hermann Hesse



Bäume sind Heiligtümer. Wer mit ihnen zu sprechen, wer ihnen zuzuhören weiß, der erfährt die Wahrheit. Sie predigen nicht Lehren und Rezepte, sie predigen, um das einzelne unbekümmert, das Urgesetz des Lebens.

Hermann Hesse



Ein in der Sonne stehender Baum, ein verwitterter Stein, ein Tier, ein Berg - sie haben ein Leben, sie haben eine Geschichte, sie leben, leiden, trotzen, genießen, sterben, aber wir begreifen es nicht.

Hermann Hesse



Bäume predigen das Urgesetz des Lebens.

Hermann Hesse



Der Wald legt das Lauschen nahe.

Hermann Hesse



Wer gelernt hat, Bäumen zuzuhören, begehrt nichts zu sein als was er ist.

Hermann Hesse



Wenn deine Seele krank ist, dann verbirg dich wie ein verwundetes Tier in den Wäldern: sie werden dich heilen. Die dunklen Bäume sind stumme Freunde. Sie nehmen dich schweigend auf und sind dir gut.

Siegfried von Vegesack



Der Wald ist immer noch voller Wunder, herrlich wie am ersten Tag. Man muß sich nur die Muße nehmen, sie zu schauen.

Erich Hornsmann



Der Wald muß in uns wirken, damit wir wieder zu uns finden.

Erich Hornsmann



Im Wald verweilen, nicht eilen, horchen, nicht nur hören, schauen, nicht nur sehen, und bereit sein.

Erich Hornsmann



Jeder Zapfen, jede Blüte, jedes Rindenstück ist ein Lebensraum, - für sich und für die anderen. Hier lebt Leben von Leben und trägt sich selber in Vorsorge und schier unendlicher Fruchtbarkeit weiter.

Erich Hornsmann



Ein Anblick bringt immer zum Staunen: es ist der Blick auf den Baum unten kurz über dem Erdboden auf die Spanne dort, wo die Wurzeln dem Erdreich entsteigen und sich zum Stamm ver¬einen. Wie kann Erde so unmittelbar zu Holz werden? Dort unten noch Mutterboden, etwas höher schon Individuum.

Erich Hornsmann



Wäre die Landshuter Marienkirche entstanden, wenn Hans Stethaimer als Knaben nie das Geheimnis eines ragenden Fichtenwaldes offenbar geworden wäre? Und wäre die Wies gebaut worden, so wie sie heute steht, wenn nicht um Wessobrunn die lichten Buchenwälder dem jungen Dominikus Zimmermann den Zauber des Frühlings enthüllt hätten? Tausend Fragen lassen sich an diese beiden reihen.

J. N. Köstler



Glücklich der junge Mensch, der den Wald erlebt, der zur Ehrfurcht bewegt wird von der Gestaltens- und Verhaltensfülle der Schöpfung und den es drängt, an ihrer Erhaltung und Entfaltung tatkräftig mitzuwirken.

Arno Hennig



Unsere heutige Waldgesinnung ist das Ergebnis einer langen Entwicklung der menschlichen Beziehungen zum Wald. Sie hat sich mit der ganzen Kultur fortwährend gewandelt, und jede Kulturepoche ist gekennzeichnet durch einen ganz besonderen Beziehungskomplex Mensch-Wald. Diese Beziehungen des Menschen zum Wald spiegeln sich mit großer Beharrlichkeit über Jahrhunderte im Waldzustand wider.

Hans Leibundgut



Wenn wir nach einer Zeit der unbeschränkten Nutzung den Baum, und besonders den alten Baum schützen und hegen, tun wir nicht mehr als unsere Pflicht.

Ernst Jünger



Im Grunde sind es ja nicht wir, die den Baum schützen: Er ist es, der uns seinen Schutz gewährt. Wir dürfen bei ihm eintreten. Die alte Eiche, die alte Linde, die alte Esche, die wir ehren, ist ein Sinnbild, das nicht nur den Lebens-, sondern auch den Weltenbaum vertritt. Indem wir sie nicht anzutasten wagen, bezeugen wir, daß Unantastbares geehrt wird und besteht. Das gibt dann auch unserer Welt- und Lebensordnung Sinn und Gerechtigkeit. Daher mußten früher, bevor ein Baum gefällt wurde, Opfer gebracht werden.

Ernst Jünger



Wer die Natur liebt, liebt auch die Bäume. Mitunter scheint mir, sie stünden uns fast näher als manches andere Leben, als sprächen sie eine Sprache, die dem, der ihr mit innerster Seele lauscht, verständlich ist, ohne sie mit dem Verstand zu verstehen.

Herbert Groening



Wenn man in einen Wald eintritt, so ist es, als trete man in das Innere einer Seele.

Paul Claudel



Weißt du was ein Wald ist? Ist ein Wald etwa nur zehntausend Klafter Holz? Oder ist er eine grüne Menschenfreude?

Bert Brecht



In den Wäldern sind Dinge,
über die nachzudenken,
man jahrelang im Moos liegen könnte.

Franz Kafka



Einen alten Baum umschlagen - das ist eine Art Mord . . .
Sie haben nicht das leiseste Gefühl, daß das, was sie da zerstören, ein Stück Leben ist.

Kurt Tucholsky



Gut war es mir, barfuß meinen Lebensweg zu beginnen und die Kühe zu hüten Weil ich in der Stille anfing, konnte ich dem Lauten nie ganz verfallen. Weil ich als Kind die Wälder schweigen und wachsen sah, konnte ich immer ein stilles Lächeln für das aufgeregte Treiben haben, mit dem die Menschen ihre vergänglichen Häuser bauen. Es war, als trüge ich andere Gesetze und andere Maßstäbe in mir, größere und strengere!

Ernst Wiechert



Die meisten Menschen wissen gar nicht, wie schön die Welt ist und wieviel Pracht in den kleinsten Dingen, in irgendeiner Blume, einem Stein, einer Baumrinde oder einem Birkenblatt sich offenbart. Die erwachsenen Menschen, die Geschäfte und Sorgen haben, sich mit lauter Kleinigkeiten quälen, verlieren allmählich ganz den Blick für diese Reichtümer. Es geht eine große und ewige Schönheit durch die ganze Welt, und diese ist gerecht über den kleinen und großen Dingen verstreut.

R.M. Rilke



Nur der Einsame findet den Wald! Wo ihn mehrere suchen, da flieht er und nur seine Bäume bleiben zurück.
Die wildesten Konflikte lösen sich nicht in Tränen und nicht in Blut, sondern nur im reinen Tau des Waldes.

Peter Rosegger



Ein ganzes Leben reicht nicht aus, das Wesen der Bäume zu ergründen. Macht euch mit Bäumen vertraut, mit ihrer Natur, ihrem Wachstum, ihrer Bewegung. Begreift sie als lebendige Wesen mit Kümmernissen und Sehnsüchten, die den unseren nicht einmal so unähnlich sind.

John F. Carlson (bekannter amerikanischer Landschaftsmaler)



Wer durch Wälder wandert, erlebt die Persönlichkeiten der Bäume.
Dort stehen sie schweigend und würdevoll, doch niemals unfreundlich.
Und oft ist uns dann, als würden sie mit voller dunkler Stimme zu uns reden.

John F. Carlson



Für die Empfindungslosen ist der Wald nichts weiter als die Vielzahl vertikaler Hölzer. Einguter Bestand läßt sich in Mark und Pfennig erfassen und allenfalls noch für die Jagd nutzen. Dem Künstler aber ist der Wald ein Asyl des Friedens, der tanzenden Schatten, des sonnengefleckten Grüns. Trotzige Wächter sind ihm die verwitterten Stämme, deren ausladende Äste sich zu seinen Häupten in vornehmem Bogen finden. Tönende Stille scheint in der Luft zu schweben. Hunderte kleiner Augenpaare leuchten im Verborgenen, feine Ohren sind aufgetan, um die Absicht des Eindringlings zu erspüren.

John F. Carlson



Wir sind nicht tiefer als eine Handbreit in die Geheimnisse der Natur eingedrungen. Geben wir uns damit zufrieden, daß wir den Apfelbaum haben, daß er schön ist, und uns seine Früchte spendet, daß wir die Eiche haben, die uns Eicheln schenkt und Schatten, und daß dieselbe Feuchtigkeit, die in dieselbe Erde sickert, Eicheln aus der Eiche treibt und Äpfel aus dem Apfelbaum.

John F. Carlson



Seltsam wie unsere Beziehungen zum Baum sich ändern, wenn wir erst einmal seinen Wert und seine Würde als lebendiges Wesen erfaßt haben. Bäume sind Individualisten, Persönlichkeiten, die innerhalb der Begrenzung ihrer Art über eine unendliche Fülle des Ausdrucks verfügen, so daß sie dem empfindsamen Auge heroisch erscheinen mögen, oder komisch, oder tragisch.

John F. Carlson



Solange der Baum es vermeiden kann, bedrängt er selten oder nie die Freiheit eines anderen Baumes. Er scheint zu erfühlen, daß seine Freiheit dort endet, wo die des anderen beginnt. Niemals vergeudet er sein Wachstum in nutzlosen Verrenkungen oder leichtfertigem Energieverschleiß. Dreht und wendet er sich, so geschehen diese Drehungen und Wendungen in engem Zu¬sammenhang, ja in Übereinstimmung mit denen seines Nachbarn und führen zu jenem Rhythmus, jenem Fließen verwandter Linien, die dem Walde eigen sind.

John F. Carlson



Bäume erscheinen als die persönlichsten Objekte einer Landschaft; wir fühlen uns ihnen zugehörig. Weit bleiben uns der unendliche Himmel und die düsteren Berge entrückt - sie sind wie ferne tiefe Orgeltöne. Die großen Gegebenheiten werden von ihnen diktiert. Bäume aber sind gleich uns demütige Empfänger.

John F. Carlson



Erst im Wald kam alles zur Ruhe in mir, meine Seele wurde ausgeglichen und voller Macht.

Knut Hamsun



Du guter Wald, meine Heimat, Gottes Frieden will ich dir von Herzen sagen.

Knut Hamsun



Töte den Wald und du tötest dich selbst, zerstöre die Landschaft, und du zerstörst deine Seele.

J. Kober



Unsere ganze Liebe gehört dem Wald, eine Liebe, die nie enttäuscht, die nie geringer wird, sondern nur gesteigert werden kann, die nie enden wird, solange wir den Wald nicht zerstören.

J. Kober



Dieser Wald brachte mir das Wissen um mein Werk; ich weiß, daß ich es tun kann.

Turgenjew



Wer nie in der Morgendämmerung die Straße zwischen ihrem doppelten Saume von Bäumen gesehen hat, voll Frische, voll Leben, der weiß nicht, was Hoffnung ist.

Georges Bernanos



Leg dich an einem schönen oder auch windigen Tag in den Wald, dann weißt du alles selbst.

Robert Musil (1880 - 1942)



Wer noch nie Stubben-Gespenster sah bei Herbstnebel, Pilz-Zwerge und Wacholder-Tänzer ein Buchenmännchen, das in der winterlichen Mondnacht „goldene Blätter“ bekommen hat, der erlebte noch nie zur Gänze seinen Wald, mag er ein noch so gründlicher Beobachter sein.

Paul Eipper



Wer die Welt nicht von Kind auf gewohnt wäre, müßte über ihr den Verstand verlieren. Das Wunder eines einzigen Baumes würde genügen, ihn zu vernichten.

Christian Morgenstern



Der Wald: In seinem Wort und Namen hallt noch ein leises Echo wie aus Paradiesesfrühe, schwingt noch mit ein Nachklang aus goldener Zeit, da die Welt noch stiller war als heute und das Lied der Wipfel noch vernehmlicher.

Friedrich Schnack



Das hat mir den Wald so lieb und vertraut gemacht:
Er rauscht durch alle meine Kinderträume,
so weit ich zurückzudenken vermag;
er ist der Freund meiner Jugend gewesen
und meine heimliche Zuflucht geblieben
bis hinein in den Herbst des Lebens.

Augustin Wibbelt (1862 - 1947)



Du sagst: Bäume sind Bäume, grün im Sommer und im Winter kahl ....
Du kennst meine lieben Bäume nicht, guter Freund! Es sind Leute von Charakter, sie haben ihre Eigenart, nur daß sie verschwiegen sind und ihre Seele nicht dem ersten besten, der gelaufen kommt, offenbaren. Es lohnt sich wohl, näher mit ihnen bekannt zu werden.

Augustin Wibbelt



Jedes Glück, das mich findet, ist eine Gnade des Herzens, und das Glück im Walde ist meinem Herzen lieber als das Glück anderswo.

Adalbert Stifter



Dort stehen die Tannen und Fichten, es stehen die Erlen und Ahorne, die Buchen und andere Bäume wie Könige, und das Volk der Gebüsche und das dichte Gedränge der Gräser und Kräuter, der Blumen, der Beeren und Moose steht unter ihnen. Die Quellen gehen von allen Höhen herab, und rauschen, und murmeln, und erzählen, was sie immer erzählt haben. Sie gehen über Kiesel wie leichtes Glas, und vereinigen sich zu Bächen, um hinaus in die Länder zu kommen, oben singen die Vögel, es leuchten die weißen Wolken, die Regen stürzen nieder, und wenn es Nacht wird, scheint der Mond auf alles, daß es wie ein genetztes Tuch aus silbernen Fäden ist.

Adalbert Stifter



Allmächtiger, im Wald! Ich bin so selig, glücklich im Wald. jeder Baum spricht durch dich, o Gott. Welche Herrlichkeit in einer solchen Waldgegend!

Ludwig van Beethoven



Froh bin ich, wieder einmal in Gebüschen, Wäldern, unter Bäumen, Kräutern, Felsen wandeln zu können, kein Mensch kann das Land so lieben wie ich. Geben doch Wälder, Bäume, Felsen den Widerhall, den der Mensch wünscht.

Ludwig van Beethoven



Bäume machen fromm und froh, sie behüten die Fruchtbarkeit der Erde und schenken uns die Schönheit ihres Blühens sowie den Reichtum ihrer herbstlichen Früchte. jeder Garten wird noch immer durch den Baum in ein Paradies verwandelt.

(?)



Ein Baum kann auch dein Freund sein: Er spricht nicht zu dir aber du weißt, er hat dich gern, weil er dir Äpfel gibt oder Birnen oder Kirschen oder auch einen Ast zum Schaukeln.

Joan Walsh Anglund



• . . darum will ich nie glauben, daß ich irgendwo allein bin, wo Bäume oder Blumen sind.

Hugo von Hofmannsthal



Wüßte ich genau, wie dies Blatt aus seinem Zweige herauskam,
schwieg ich auf ewige Zeit still: denn ich wüßte genug.

Hugo von Hofmannsthal



Durch geheime Bande knüpft die Natur das Schicksal der Sterblichen an das der Wälder.

Moreau de Jonnès



Wandspruch in einem niedersächsischen Forsthaus:

Ich bin der Wald, ich bin uralt,
Ich hege den Hirsch, ich hege das Reh,
Ich schütz euch vor Sturm, ich schütz euch vor Schnee.
Ich wehre dem Frost, ich wahre die Quelle,
Ich hüte die Scholle, bin immer zur Stelle.
Ich bau euch das Haus, ich heiz euch den Herd.
Darum, ihr Menschen, haltet mich wert!




Aufschrift an Bäumen in Portugal:

Wanderer, der du des Weges kommst und deine Hand an mich legen willst, höre mich, ehe du mir Böses tust! Ich bin die Wärme deines Herdes in kalten Winternächten. Ich bin der schirmende Schatten, wenn des Sommers Sonne brennt. Meine Früchte stillen dir den Durst auf deiner Reise. Ich bin der Balken, der dein Haus stützt, das Brett deines Tisches, das Bett, auf dem du liegst und die Planke, mit der du dein Boot baust. Ich bin der Stiel deiner Haue, die Tür deiner Hütte. Ich bin das Holz deiner Wiege und deines Sarges. Ich bin das Brot der Güte, die Blume der Schönheit.
Wanderer, wenn du vorbeikommst, erhöre meine Bitte: Tu mir nicht weh!



Wenn ein Mann einen grünen Baum umhaut, so trifft ihn der Fluch Gottes. Auch der umgehauene Baum verflucht seinen Fäller: Wenn er umfällt, so kracht er und dieses Krachen ist sein Fluch.

Abessinischer Spruch



Ernster und tiefer berührte mich der Anblick der Bäume. Ich sah jeden von ihnen sein abgesondertes Leben führen, seine besondere Form und Krone bilden und seinen eigenartigen Schatten werfen. Sie schienen nur, als Einsiedler und Kämpfer, den Bergen näher verwandt, denn jeder von ihnen, zumal die höher am Berg stehenden, hatte seinen stillen, zähen Kampf um Bestand und Wachstum mit Wind und Wetter und Gestein.

Hermann Hesse



Ich kann es nicht leugnen, daß mein Vertrauen in den Charakter meines Nachfolgers einen Stoß erlitten hat, seit ich erfahren habe, daß er die uralten Bäume vor der Gartenseite seiner (früher meiner) Wohnung hat abhauen lassen, welche eine erst in Jahrhunderten wiederherzustellende, also unersetzbare Zierde in der Residenz bildeten . . . Ich würde Herrn von Caprivi manche politische Meinungsverschiedenheit eher nachsehen, als die ruchlose Zerstörung alter Bäume.

Otto von Bismarck



Die Luft ist kostbar für den roten Mann, denn alle Dinge teilen denselben Atem: das Tier, der Baum, der Mensch - sie alle teilen denselben Atem. Der weiße Mann scheint die Luft, die er atmet, nicht zu bemerken. Wie ein Mann, der seit vielen Tagen stirbt, ist er abgestumpft gegen den Gestank.

Häuptling der Suwamish Indianer Seattle vor dem Kongreß der USA im Jahr 1855
(Nach ihm wurde die Stadt Seattle benannt)



Keine wissenschaftliche Basis allein wird zum Ziel führen, wenn das fehlt, was wir als die wichtigste an einen Forstmann zu machende Forderung ansehen, nämlich die Liebe zu den Bäumen und zum Wald, denn alles Wissen wird wirkungslos, wo die Liebe fehlt.

Wilhelm Pfeil (1856)



Der Verfasser (Wilhelm Pfeil) bringt jede freie und benutzbare Stunde im Walde und unter den Bäumen zu, oft wochenlang im abgelegenen Wald haus, wo er durchaus beinahe nichts weiter sieht als nur Bäume; niemals fühlt er sich daselbst allein, denn diese leisten ihm vortreffliche Gesellschaft und bleiben niemals die Antwort schuldig, wenn man die Frage richtig an sie stellt, weshalb dann die Unterhaltung mit ihnen auch niemals stockt.

Wilhelm Pfeil (1856)



Wer mag sich des schmerzhaften Gefühls erwehren, wenn man über das Schicksal eines schönen alten Holzbestandes entscheiden und sich sagen muß, daß es höchst zweifelhaft ist, ob je wieder ein solcher an diese Stelle kommen wird. Wie lernt man die schönen Bäume lieben, wenn man unter ihnen großgewachsen ist.

Wilhelm Pfeil (1833)



Dreißig Jahre sind es her, daß der Schreiber dieser Zeilen zuerst als Revierförster über das Leben so manchen Baumes entscheiden mußte, und wieviel Tausende von Stämmen hat er seither herunter hauen lassen. Aber noch kann er nicht den ersten Axthieb an einem schönen Baum den Span wegnehmen sehen, ohne daß ihn ein wehmütiges Gefühl durchdringt. Jahrhunderte gehörten vielleicht dazu, um einen solchen Baum zu erzeugen, welcher stolz die Berge überschauet, unter dessen Schatten vorübergegangene Geschlechter erwuchsen, sich erfreuten und litten, und eine Viertelstunde genügt, ihn für immer zur Erde zu werfen.

Wilhelm Pfeil (1833)



Ein Urwalderlebnis:

Dieses Eindringen in die anscheinend noch unbetretene Wildnis hatte einen unnennbaren Reiz, dem keiner zu widerstehen vermochte; es war das Gefühl, welches die großen Weltumsegler bewegt haben mag, als sie neue Erdteile entdeckten.
Alle Bewegung schien weit und breit erstorben, es schwirrte kein Vogel, es flatterte kein Schmetterling, und selbst die Lüfte, welche hoch oben die Baumgipfel in sanften Schwingungen wiegten, drangen nicht mehr in den Bereich der Schäfte herab. Lautlose Stille ringsumher; desto mehr schreckte plötzlich der schneidende Schrei eines einsamen Spechtes und ein andermal das geisterhafte Knarren zweier sich reibender windbewegter Schäfte. Keine Spur menschlichen Waltens milderte den bangen Eindruck dieser schauerlichen Öde.
Ich wußte, daß ich nicht ferne sein konnte von meinen Freunden und gleichwohl übermannte mich das Gefühl drückendster Einsamkeit, unwiderstehliches Bangen. Zum erstenmale machte mir der Wald, sonst der trauteste Freund meiner schönen wie meiner schmerzlichen Stunden, wahrhaftig bange. Mit klopfendem Herzen und zurückgehaltenem Atem harrte ich voll Angst, aber vergeblich auf den Ruf unseres Führers.
Nun erst begriff ich die schauerlichen Geschichten, welche mein alter Oheim, der seine Jugend in hiesiger Gegend verbracht hatte, in der Spinnstube meines Großvaters öfter zum Besten gab.

Josef Wessely (1814-1898)



Wer mit gesammelten Gedanken in den stillen Fichtenwald tritt, der wird, wie sehr ihn die Freude vor Augenblicken fröhlich gestimmt hat, mit einemmal still werden.
Das ist die Allmacht der Natur, die uns, wie hier im dunkeln, ruhigen Fichtenwald, so plötzlich und so mächtig ergreift, daß wir ihr uns gefangen geben müssen. Als läge im Walde irgendwo ein großes Geheimnis verborgen, dem jeder nachlauscht, so kommt es uns vor, und zuzeiten bleiben wir stehen mitten zwischen den alten schönen Bäumen, die das Geheimnis ergründen möchten.

Ernst Moritz Arndt



Ich habe nur noch einen Wunsch: einen Baum wachsen zu sehen.

Helmuth von Moltke



Die Menschen müssen in der Weisheit so viel als möglich nicht aus Büchern unterwiesen werden, sondern aus dem Himmel, der Erde, den Eichen und Buchen.

Johann Comenius (1630)



Dieses Gewächs . . . gleicht dem Menschen. Es hat eine Haut, das ist die Rinde; sein Haupt und Haar sind die Wurzeln; es hat seine Figur und seine Zeichen, seine Sinne und seine Empfindlichkeit im Stamme.

Paracelsus über den Baum.



O könntest du ahnen, mit welcher Lust ich frei und weltflüchtig zwischen Wald und Bergen, Quellen und Flüssen und zwischen Büchern geistvoller Menschen atme.

Petrarca



Wenn ich wüßte, daß morgen die Welt untergeht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen.

Martin Luther



Wenn du einem Haine nahst, der mit alten, ungewöhnlich hohen Bäumen zahlreich bestanden ist und in welchem der Schatten der einander deckenden Zweige das Himmelslicht verbirgt: diese schlanke Höhe des Waldes, das Geheimnisvolle des Ortes, die Bewunderung des in dem weiten Hain so dichten und ununterbrochenen Schattens ruft in dir den Glauben an die Gottheit wach.

Seneca



Das Feld sei fröhlich und alles, was darauf ist, und lasset rühmen alle Bäume im Walde vor dem Herrn, denn er kommt, zu richten das Erdreich.

96.Psalm




Gruppe: Forst- und Gesellschaftspolitik



Die Art und Weise, wie der Wald gehegt, gepflegt oder vernichtet wurde, ist für das Schicksal ganzer Völker kennzeichnend und auch mitbestimmend gewesen.

Hans Leibundgut



Die zunehmende Entfremdung von der Natur ist mit eine Ursache für die gegenseitige Gleichgültigkeit und Verrohung des Menschen.

Hans Eisenmann



Die Erhaltung und Pflege einer heilen Umwelt muß Vorrang haben vor wirtschaftlicher Rentabilität.

Hans Eisenmann



Die Waldwirtschaft hat in unserem Land wichtige landeskulturelle und soziale Aufgaben zu erfüllen. Für reine Fichtenplantagen, riesige Kahlschläge und den Einsatz gigantischer Maschinen hätten die Bürger in unserem Land zu Recht kein Verständnis. Sie wollen Erholungswälder und reich gegliederte Waldlandschaften nicht nur in Reservaten kennenlernen.

Hans Eisenmann



Kulturlandschaft und Erholungsraum sind den Menschen in den Ballungsräumen hohe Werte, dem Landbewohner aber oft noch abstrakte Begriffe. Es kommt darauf an, diesen Aufgaben einen neuen Rang in der Wertordnung der Land- und Forstwirtschaft zu geben, auch wenn sie bisher weder im Beitrag der Land- und Forstwirtschaft zum Bruttosozialprodukt noch in einer anderen volkswirtschaftlichen Rechnung erfaßt werden.

Hans Eisenmann



Es ist zu wenig, wenn die Lehre von den Wechselwirkungen in der Natur für uns damit abgetan ist, daß wir in der Landschaft an einzelnen Orten wieder den Urzustand herstellen. Wir müssen uns mehr und mehr die Wechselbeziehung des Menschen zu seiner Umwelt bewußt machen.

Hans Eisenmann



Unsere Wirtschaft gerät immer mehr in Widerspruch zu den Forde¬rungen der Ökologie. Wir sind zum Teil bereits auf dem besten Weg, die notwendigen Wechselbeziehungen zwischen den Menschen selbst und zwischen ihnen und ihrer Umwelt zu zerstören.

Hans Eisenmann



Ein Umdenken erscheint dringend erforderlich. Die Bedürfnisse der Ökonomie müssen wieder in Einklang gebracht werden mit den Notwendigkeiten der Ökologie. Im Interesse der Generationen nach uns sollten wir auf das höchstmögliche Wirtschaftswachstum verzichten und lernen uns zu bescheiden. Es geht letztlich um die Herstellung des natürlichen Gleichgewichts und um die Sicherung unserer Lebensgrundlagen.

Hans Eisenmann



Wachsende staatliche Fürsorge kann nicht verhindern, daß die zwischenmenschlichen Bindungen abnehmen und die Maßstäbe für ethische Werte verlorengehen. Die heutige Generation zahlt den Tribut dafür, daß seit Jahrzehnten ein einseitiges wirtschaftliches Ziel ausschließlich Richtschnur ihres Denkens und Handelns war: Mehr produzieren, mehr konsumieren, mehr profitieren sind die Leitgedanken dieser Gesellschaft.

Hans Eisenmann



Das Engagement des Eigentümers für seinen Grund und Boden ist die Voraussetzung für eine nachhaltige Pflege und Erhaltung unserer Kulturlandschaft. Das beweist der Zustand unserer Landschaft, die in Jahrhunderten vom Bauer und Forstmann gestaltet wurde.

Hans Eisenmann



Die forstpolitische Entwicklung lief vom Wald des Königs, über den Wald des Staates zum Wald des Volkes.

Rudolf Hanauer



Wald um und in der Stadt ist das sicherste Mittel zu verhüten, daß die Einwohner davonlaufen, denn Wald gibt Lebensqualität.

Rudolf Hanauer



Das Gesamtinteresse aller - und ausnahmslos jedermann hat vom Wald Nutzen - hat generell Vorrang vor den Interessen einzelner, die sich auf Kosten der anderen bevorzugt sehen möchten!

Rudolf Hanauer



Für mich steht gänzlich außer Zweifel, daß den Forstleuten eine große Zeit, die größte Zeit bevorsteht.

Rudolf Hanauer



Was wir als ein unheimliches Phänomen im Ringen zwischen technischer Perfektion und den bleibend gültigen Werten von Landschaft und Natur in ihrer von der Schöpfung gesetzten Ordnung erleben, ist eine gestörte Geschichtlichkeit, die nur den Fortschritt anerkennt in einer Welt ohne Gestern.

Rudolf Hanauer



Man sollte alle freien Räume sorgfältig prüfen, bevor man die Axt an den Wald legt! Denn vom Wald, solange er steht, haben wir alle, das heißt ausnahmslos jeder von uns, Nutzen und Behagen. Doch wenn er zugunsten eines Sportplatzes gefällt ist, werden von den vielen automatisch die meisten ausgeschlossen und nur wenige, von den Mitgliedern die Aktiven, sind hinfort Nutznießer. Und jene wenigen werden, wegen des Geburtenrückgangs!, an Zahl immer weniger! In fünf Jahren wird es an Jugend-, in 15 Jahren an Herrenmannschaften fehlen.

Rudolf Hanauer (1977)



Geistige Erosion

Eine Humusschicht von 5 cm Stärke braucht im Wald etwa 1000 Jahre, um sich zu bilden. In einer viel kürzeren Zeit kann sie weggeräumt sein. Ein Sturzregen auf einem frisch gepflügten Acker an einem Berghang kann verheerende Wirkungen haben und wegschwemmen, was in hunderten von Jahren langsam geworden ist und eine Erosion des Bodens einleiten.

Auch die geistige und seelische Humusschicht unserer Kultur hat Jahrhunderte, ja Jahrtausende gebraucht, um sich zu entwickeln. Ohne sie wird der Mensch auf die Dauer nicht leben können. Aber auch der Humusboden unserer Kultur ist bedroht. Denn mit der biologischen Zerstörung der Landschaft und des Lebens geht die geistig-seelische Zerstörung Hand in Hand . . .

Aus „Waldjugenddienst“ 2/3-1961



Für ein Volk, von dem große Teile auf den Weg zur Verstädterung gezwungen sind, ist der Wald ein Stück Schicksalsfrage geworden.

Theodor Heuß



Der Mensch braucht die Naturerlebnisse als Gegengewicht gegen die Unruhe und Ängste des Herzens, gegen den kalten, harten Glanz laufender Maschinen, gegen den Schatten der Atombombe. Die Welt ist unheimlich geworden, aber die Wege, die uns das Gewissen zeigt - zurück zur Natur - können uns aus dem Höllenkreis herausführen.

Theodor Heuß



Forstwirtschaftspolitik muß zukunftsorientiert sein! Sie muß den Änderungen Rechnung tragen, denen eine im Wandel begriffene Wirtschaft und Gesellschaft ausgesetzt sind und sich ihnen rechtzeitig anpassen.

Karl Hasel



Das Leben eines Volkes und die Entwicklung der wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Bedürfnisse kennt keinen Stillstand. Deshalb sind auch die Probleme der Forstwirtschaftspolitik immer im Fluß; neue tauchen auf, während andere an Bedeutung verlieren. Der Forstpolitiker muß das Tagesgeschehen aufmerksam verfolgen und sich dabei fragen, welche Auswirkungen auf die Waldbewirtschaftung die verschiedenen Vorgänge haben werden, und wie ihnen zeitig zu begegnen ist.

Karl Hasel



Es sind die Allerweltsbauten aus Beton, die uns nicht mehr unterscheiden lassen, ob wir uns München, Hamburg oder einer Kleinstadt nähern. Diese Gleichmacherei verdoppelte auch in unserer Zeit den Wert des Waldes.

Erich Hornsmann



Der große und der kleine Wald, die Hecke und der Einzelbaum, sie alle sind es, die aus ihrem Nebeneinander jenes mit Schönheit erfüllte Ineinander schaffen, das wir Heimat nennen.

Erich Hornsmann



Pflege der Bäume ist eine Art des Dankes, weil über eine Brücke aus Holz die Kultur einst zu uns kam. Als Akt nüchterner Selbsterhaltung ist die Pflege der Bäume noch dringlicher. Der Wald muß in uns wirken, damit wir wieder zu uns finden, und er muß für uns wirken, damit das Land und seine Wirtschaft fruchtbar bleiben. Wälder können auch ohne uns Menschen leben, wir Menschen aber nicht ohne Wald.

Erich Hornsmann



Die Bäume sollten durch ihr Leben lehren, stets hundert Jahre zurück und hundert Jahre voraus zu denken. Auch dereinst wird man hundert Jahre zurückdenken und über unsere Zeit nicht nach naheliegenden Entschuldigungen, sondern nach den erfolgten Handlungen urteilen.

J.N. Köstler



Es erwächst die Einsicht, daß der Mensch dem lebenden Tier und der wachsenden Pflanze verwandt bleibt, während die Maschine nur sein totes Werkzeug ist.

J.N. Köstler



Es hat seinen Grund, daß wir in einer dem Baum abholden Zeit leben. Die Wälder schwinden, die alten Stämme fallen, und das erklärt sich nicht durch Ökonomie allein. Die Ökonomie ist hier nur mitwirkend, ist vollziehend, denn zugleich leben wir in einer Zeit, in der auf unerhörte Weise verschwendet wird. Das entspricht ihren beiden großen Tendenzen: der Nivellierung und der Beschleunigung. Das Hohe muß fallen, und das Alter verliert seine Macht.

Ernst Jünger



Umweltschutz sollte von Herzen kommen und als ethische Aufgabe angesehen werden die dem Nächsten, aber auch dem übernächsten - nämlich der künftigen Generation - gegenüber besteht. Die Umweltmoral, die vielleicht noch gut genug war für unsere Väter, ist nicht mehr gut genug für unsere Kinder.

Alfred Dick



Umso mehr Annehmlichkeiten und Schönheiten allen zugänglich sind, umso schwieriger wird es, ihnen noch als Annehmlichkeiten und Schönheiten zu begegnen.

Nikolaus Lobkowicz



Ein Europäer hat ungeachtet aller Karl-May-Romantik heute größte Schwierigkeiten, einen echten Urwald, wie er etwa in den Vereinigten Staaten noch in großen Teilen der Rocky Mountains zu finden ist, als schön zu erleben; und wenn er schon entweder ein so eingefleischter Romantiker oder ein so passionierter Jäger ist, daß er den Urwald tatsächlich schön oder gar erholsam findet, so ist dies nicht zuletzt deswegen der Fall, weil er aus seiner Zivilisation eine halbe Wagen¬ladung Bequemlichkeiten mitführen kann und weiß, daß er beim ersten ernsten Unfall von einem Helicopter abgeholt wird.

Nikolaus Lobkowicz




Es ist nicht der ein Feind des Menschen, der ihm die letzten noch im Einklang mit der Natur lebenden Gestalten aus dem Tier- und Pflanzenbereich erhalten will, damit er sich durch die Vermittlung der Wissenschaft an ihnen das verlorengegangene Maß zurückholen kann. Es ist der ein Feind des Menschen, der es dem Naturschutz verwehrt, dieses Urmaß im Gedächtnis unserer Art zu bewahren. Denn geht die Natur verloren, geht auch der Mensch verloren.

Horst Stern



Bäume gehen nicht zur Wahl.

Horst Stern



Der Forstmann hat mit der Zeit zu gehen - sonst geht er mit der Zeit.

Landforstmeister Dr. Wentzel (1970)



Die Natur hat Kämpfer nötig, heute mehr denn je. Es ist wichtiger, die vielen Klagemauern aus Beton, die das anlagesüchtige Kapital uns in die Gegend stellt, gar nicht erst entstehen zu lassen, als hinterher an ihnen zu weinen. Mut ist in dieser Anpassungsgesellschaft eine Jugend von großer Sprengkraft geworden.

Horst Stern



Der Wald lebt besser, ohne den Menschen, aber die Völker leben schlechter ohne den Wald.

Theodor Künkele



Zu verstärken versuchen würde ich das öffentliche Bewußtstein dafür, daß Bäume Lebewesen sind und ihre Ausrottung in unseren Städten - achtlos und rücksichtslos, wie sie geschieht -eine Form von Mord darstellt.

Alexander Mitscherlich



Nur weil die Gewohnheit abstumpft, wenn Bäume fallen und Baukräne aufwachsen, wenn Gärten asphaltiert werden, ertragen wir das alles so gleichmütig.

Alexander Mitscherlich



Man pferche die Angestellten hinter die uniformierten Glasfassaden der Hochhäuser, dann auch noch in die uniformierte Monotonie der Wohnblocks, und man hat einen Zustand geschaffen, der jede Planung für eine demokratische Freiheit illusorisch macht. Denn sie ist praktisch nirgendwo mehr erfahrbar.

Alexander Mitscherlich



Despotismus und ihm nützliche Haltungen lösten sich auf an den Rändern der Zivilisation. Die Demokratie war ein Produkt der Wälder.

Roderick Nash (Universität Santa Barbara, Kalifornien)



Das Schicksal von Mensch und Wald ist heute enger verbunden als jemals zuvor. Heute können nicht einmal die Wälder ohne den Menschen überleben, aber sicher die Menschen auch ohne die Wälder nicht.

Thor Heyerdahl



Was sind das für Zeiten, wo ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist, weil es ein Schweigen über soviele Untaten einschließt.

Bertold Brecht



Wir müssen uns - ich denke an das berühmte Diktum von Bertold Brecht - wieder getrauen, von den Bäumen zu sprechen. Denn die Bäume sind jetzt schon fast wichtiger als das jeweilige Regierungssystem.

Walter Vogt



Menschen, deren Verhältnis zur Natur, zu den Bäumen intakt ist, besitzen ein Reservoir, zu dem die Dämonen unserer Zeit keinen Zutritt besitzen.

K. Korn



Der Begriff „Naturbeherrschung“ ist ein arrogantes Schlagwort, erfunden in der „Neandertalerzeit“ der Biologie und Philosophie, als man noch glaubte, die Natur sei zum Verbrauch durch den Menschen bestimmt.

Rachel Carson



Wir springen mit dieser Welt um, als hätten wir noch eine in Reserve im Kofferraum.

Jane Fonda



Neben dem Schutz der Tiere und der Pflanzen ist es vor allem der Mensch selbst, der geschützt werden muß.

Hans Ehard



Der Wald ist die Mutter der Fruchtbarkeit, daher ist die Waldgeschichte die Geschichte der Fruchtbarkeit der Länder.

Felix von Hornstein



Immer wird gelten: Die Verantwortung aller Machthaber jeder Kategorie dem Walde gegenüber kann nicht schwer genug empfunden werden.

Felix von Hornstein



Im Sein unseres Waldes herrscht ein echter Dualismus:
das Geschehen von Natur aus und das Handeln des Menschen. Die durch den Menschen beeinflußte lebensgesetzliche Entwicklung des Waldes ist Waldgeschichte als Geschehen in geschichtlicher Zeit.

Felix von Hornstein



Unsere Arbeit kann nicht mit der stillen, langsamen, vornehmen Weise getan werden, wie es bisher der Fall war. Unsere Arbeit kann nicht mit Glacé-Handschuhen geleistet werden. Wir brauchen die blanke Faust, wir haben das unverhohlene Wort nötig und die rücksichtslose Tat, wollen wir etwas erreichen. jedes strafrechtlich erlaubte Mittel muß uns recht sein, um unsere Natur und damit uns selbst vor dem Verderb zu retten.

Hermann Löns



Das Feld, der Wald, das Wasser liegt im Bann, und schlechtem Nutzen dient die schöne Erde. Geknechtet alles, und der Mensch ein Knecht der eigenen Habgier, die ihn rastlos treibt.

Gustav Freytag



Soll ein blühendes Land nicht auch seinen Stolz darin suchen, einen Vorrat von herrlichen alten Waldbeständen zu besitzen?

Carl Guse (1828 - 1914)



Aus dem Wald ist alle europäische Kultur hervorgegangen, die geistige nicht minder als die materielle.

Werner Sombart



Wir möchten jene Wahrheit sich ausbreiten sehen, daß die Schönheit unserer Wälder eine Sache des öffentlichen Nutzens ist.

Gustave Huffel (Frankreich 1859 - 1935)



Im tiefsten Walde hat das Vaterland sein Herz - ein Volk ohne Wald ist ein sterbendes Volk.

Südfrankreich



Ein Mensch ohne Vergangenheit - kaum Pflanze, kaum Tier; ein Volk ohne Vergangenheit - kein Volk, sondern eine Masse von physischer Kraft!

Adalbert Stifter



Wenn die Büffel alle geschlachtet sind, die wilden Pferde gezähmt, die heimlichen Winkel des Waldes schwer vom Geruch vieler Menschen und der Anblick reifer Hügel geschändet von redenden Drähten - wo ist das Dickicht? Fort! Wo ist der Adler? Fort! Und was bedeutet es, lebwohl zu sagen dem schnellen Pony und der Jagd? : Das Ende des Lebens und den Beginn des Überlebens.

Häuptling Seattle (1855)


Alles beinahe schafft Geld und Macht, aber kein Crösus und kein Alexander vermögen die tausendjährige Eiche in ihrer Majestät wieder herzustellen, wenn der arme Tagelöhner sie einmal gefällt hat. Nur zu wahr ist es: furchtbar und schnell ist die Macht des Menschen im Zerstören, schwach und gebrechlich im Aufbauen!

Fürst v. Pückler-Muskau



Die Forstwissenschaft gründet sich auf Kenntnis der Natur> je tiefer wir aber in diese eindringen, je größere Tiefen sehen wir vor uns. Es ist ein sicheres Merkmal der Seichtheit, wenn je¬mand alles zu wissen glaubt.

Heinrich Cotta



Brauchen wir das dürre Holz nicht mehr, um unseren äußeren Menschen zu erwärmen, dann wird dem Geschlecht das grüne, in Saft und Trieb stehende zur Erwärmung seines inwendigen Menschen umso nötiger sein.

W. Hch. Riehl



Wir müssen den Wald erhalten, nicht bloß, damit uns der Ofen im Winter nicht kalt werde, sondern auch, damit die Pulse des Volkslebens warm und fröhlich weiterschlagen.

W. Hch. Riehl



Waldbau bloß für das lebende Geschlecht zu treiben, ist eine armselige Heckenwirtschaft. Die großen Bäume erzieht man für die kommenden Geschlechter. Darum ist der Wald in erster Linie Gegenstand der Volkwirtschaft und dann erst der Einzelwirtschaft.

W. Hch. Riehl



Wer den Wert einer Bodenkultur nur nach den Prozenten ihres Reinertrags schätzt, der wird freilich Waldböden roden wollen, um sie „urbar“ zu machen. Wir schätzen aber die verschiedenen Formen der Bodenkultur nicht bloß nach ihrem materiellen, sondern auch nach ihrem ideellen Werte ab: Die Verschiedenartigkeit der Bodenkulturform ist eine der tiefsten Wurzeln unseres Reichtums an individuellen sozialen Bindungen, und damit der Lebensfülle unserer Gemeinschaft selber.

W. Hch. Riehl



Jede Revolution tut dem Wald weh; sie wird dagegen das Feld unberührt lassen, wofern sie sich nicht selber erwürgen will.

W. Hch. Riehl



Ein Dorf ohne Wald ist wie eine Stadt ohne historische Architekturen, ohne Denkmäler, ohne Kunstsammlungen, ohne Theater und Konzerte.

W. Hch. Riehl



Ein Volk muß absterben, wenn es nicht mehr zurückgreifen kann zu den Hintersassen in den Wäldern, um sich bei ihnen neue Kraft des natürlichen, rohen Volkstumes zu holen.

W. Hch. Riehl



Der Wald gilt in der deutschen Volksmeinung für das einzige große Besitztum, welches noch nicht vollkommen ausgeteilt ist. In Gegensatz zu Acker, Wiese und Garten hat jeder ein gewisses Recht an den Wald, und bestünde es auch nur darin, daß er nach Belieben in demselben herumlaufen kann . . . Wo hat sich dergleichen sonst noch erhalten außer beim Wald?

W. Hch. Riehl



Der Gedanke, jeden Fleck Erde von Menschenhänden umgewühlt zu sehen, hat für die Phantasie jedes natürlichen Menschen etwas grauenhaft Unheimliches. Und wenn sich der Volkswirt noch so sehr sträubt und empört wider diese Tatsache, so muß der volksforschende Sozialpolitiker trotzdem beharren und kämpfen auch für das Recht der Wildnis.

W. Hch. Riehl



Du gewinnst dem Walde in jedem neuen Freunde auch einen neuen Beschützer für Zeiten der Not.

Heinrich Burkhardt (1850)



Noch niemand hat der Wissenschaft genützt, welcher dabei stehengeblieben ist, die Summe des bekannten Wissens sich anzueignen, ohne selbständig und frei nach der Wahrheit zu suchen. Das geistige Reich läßt sich nun einmal nicht mit einer chinesischen Mauer umgeben.

Wilhelm Pfeil (1825)



Bald wird die Zeit kommen, wo man die gigantischen Stämme, welche früher die deutschen Wälder enthielten, nur unter die Fabeln zählen wird. Unsere jetzige rechnende deutsche Forstwirtschaft nivelliert den Wald in einer Art, daß man in kurzer Zeit nichts mehr sehen wird als geschlossene, gleichmäßige Stangenhölzer oder schwache Baumhölzer höchstens, wenn man nach den haubaren Beständen frägt.

Wilhelm Pfeil (1833)



Habt Ehrfurcht vor dem Baum! Er ist ein einziges großes Wunder, und euren Vorfahren war er heilig. Die Feindschaft gegen den Baum ist ein Zeichen der Minderwertigkeit eines Volkes und von niedriger Gesinnung des Einzelnen.

Alexander von Humboldt



Ein Forst zeigt wie ein blanker Schild dir der Gemeinde Ebenbild.

Gottfried Keller

Gruppe: Zukunft




Vor Zeiten begannen unsere Vorfahren den Bau der großen Dome trotz der Gewißheit, die Vollendung nicht erleben zu können, allein, wie sie es nannten, zur Ehre Gottes. Unsere Generation ist materialistischer. Ihr Sinnen ist mehr auf das Diesseits abgestellt. Eben deshalb obliegt ihr, draußen die grünen Dome zu erhalten und ihre Funktionen zu verbessern, damit unsere Nachfahren dank jener grünen Dome halbwegs heil an Körper und Seele zu existieren vermögen, damit sie ihr Leben überhaupt erleben können.

Rudolf Hanauer



Unsere Heimat als Waldland ist nicht nur eine Erinnerung an die Vergangenheit oder eine Utopie, sondern der bestmögliche Zustand für die Zukunft.

Erich Hornsmann



Der Tag des Baumes reicht in die Vergangenheit, aber er ist auch Gegenwart und reicht voraus in die Zukunft. Als 1872 Julius Sterling Morton, der als erster den Tag des Baumes gefordert und durchgesetzt hatte, starb, setzte man ihm in Nebraska ein Denkmal und meißelte ein: „Andere Festtage dienen der Erinnerung, der Tag des Baumes weist in die Zukunft!“

?



Die Sünde wider die Natur traf (trifft) in der Landwirtschaft meist den Sünder selbst, die Sünde wider die Natur des Waldes regelmäßig erst spätere Generationen.

Felix von Hornstein



Ein alter Baum wird immer seltener, und man wird alte Bäume bald besichtigen gehen wie heute irgendeine alte Kapelle.

Claude Goretta



Wir haben uns bereichert durch Ausbeutung der natürlichen Reichtümer. Aber die Zeit ist gekommen, darüber nachzudenken, was geschieht, wenn es keine Wälder mehr gibt, wenn Kohle-, Eisen- und Erdölvorräte erschöpft sind, wenn der Boden verarmt und in die Flüsse geschwemmt ist, die Gewässer verschmutzend, die Felder verödend und die Schifffahrt hemmend.

Theodore Roosevelt (1908)



Die Anforderungen an den Wald sind bisher niemals hundert Jahre hindurch dieselben geblieben.

Wilhelm Pfeil (1833)



Schützet den Wald!
Er ist des Wohlstands sichere Quelle. Schnell verheert ihn die Axt, langsam nur reift er heran. All unser Schaffen und Tun, die Enkel werden es richten. Sorget beizeiten mit Fleiß, daß sie euch rühmen dereinst!

Ludwig Friedrich von Wildungen

Gruppe: Funktionen




Forstwirtschaft ist nachhaltige optimale Verwirklichung der vielfältigen Aufgaben des Waldes.

Karl Hasel



Wachsendes Holz ist funktionierender Wald. Und funktionierender Wald ist zu allen Jahreszeiten schön.

Rudolf Hanauer



Der Wald ist das bestfunktionierende, niemals reparaturanfällige, zudem kostenlose Frischluft-Erneuerungswerk der Städte und auch der kleineren Siedlungen.

Rudolf Hanauer



Wenn der Bannwald stirbt, wird die Stadt ruiniert.

Rudolf Hanauer



Wir stehen an der Schwelle einer Zeit, in welcher die Wohlfahrtsaufgaben des Waldes noch wichtiger werden als seine unvermindert benötigten wirtschaftlichen Leistungen.

Hans Leibundgut



Der Wald ist nun einmal nicht vor allem eine Anstalt der Rohstofflieferung, sondern in erster Linie als ein Schutzgebilde der Landeskultur, der Wasserwirtschaft und der Volksgesundheit zu würdigen und demgemäß zu pflegen.

Viktor Dieterich



Wo die Vorrangfunktion vorrangig erwirtschaftet wird, schwimmen in deren Kielwasser die anderen Funktionen hinterdrein.

Hornsmann



Holz kann zur Not importiert werden, die Wohlfahrtswirkungen nicht! Sie können nur im Bestand der Wälder entstehen, Bäume und Sträucher rufen sie in jeder Sekunde neu und nur für ihren Bereich hervor.

Erich Hornsmann



Über eine Brücke aus Holz wurde das Leben aus früherer Zeit bis in unsere Tage weitergereicht.

Erich Hornsmann



Allen hilft der Wald - auch denen in der fernen Stadt.

Erich Hornsmann



Allen hilft der Wald - deshalb sollten auch wir ihm helfen. Erich Hornsmann



Wald als Geschöpf von Boden, Wasser und Licht ist ein Kind des Himmels und der Erde. Er steht inmitten der Energiefelder von oben und unten und wirkt ausgleichend als Mittler: durch ihn erst werden Wetter, Wind und Wasser zu unseren Freunden.

Erich Hornsmann



Aus dem Wald kommt kühl und klar das Wasser!

Erich Hornsmann



Wasser kann für eine Landschaft Fluch oder Segen sein. Über das „Oder“ entscheidet der Wald.

Erich Hornsmann



Dank seiner Speicherkraft verhindert der Wald Wassernot und Wassersnot, - die Wassernot der Dürre und die Wassersnot aus Überschwemmungen. Wald verlangsamt den Lauf des Wassers bei dessen Kreislauf Wolke - Erde - Wolke hier unten so, daß es greifbar bleibt, - in sauberstem Zustand greifbar!

Erich Hornsmann



Gelobt seist du, mein Herr, um des Wassers willen! Es ist so nützlich, schmiegsam, köstlich, zart.

Franz von Assisi


Der Mensch hat viele Möglichkeiten, seinen Durst zu stillen, aber nicht eine, den Bedarf an Wasser zu überwinden.

China



Einen Brunnen graben, um den Durst zu löschen - selbst wenn du Buddhas Füße umarmst in deiner Not - es ist zu spät!

China



Ich halte auch das Wasser und die Luft für bewunderungswürdig, die Menschen achten nur so wenig auf beides, weil sie überall von ihnen umgeben sind. Das Wasser erscheint mir als das bewegte Leben des Erdkörpers wie die Luft sein ungeheurer Odem ist.

Adalbert Stifter



Die Wälder tragen zur Harmonie der Naturgesetze bei. Sie nähren die Quellen und Bäche, welche den Feldern ihre Fruchtbarkeit verleihen, sie vermindern, wie wir gesehen, die Anzahl der Wasser, die auf der Oberfläche des Bodens fließen, sie geben der Luft ihre Frische und Reinheit, sie erhalten und befestigen den Boden auf den jähen Abhängen, sie mäßigen die Heftigkeit der eisigen Winde und der brennenden Hitze, sie vermitteln die Unterschiede zwischen Tag und Nacht, Wärme und Kälte.

Oberförster Fromman
in einem Vortrag 1853 vor einem landwirtschaftlichen Betriebswesen in Württemberg.



Neben der leiblichen Nahrung bedürfen die Menschen des 20. Jahrhunderts mehr und mehr der seelischen Erneuerung, der täglichen Entspannung und Erholung nach anstrengender Arbeit. Dafür bietet sich der Wald mit seinem Frieden, seiner gesunden Luft und seiner Stille an.

Heinrich Lübke



Was mir der Wald bedeutet? Stille, Ruhe, Entspannung - und gute Luft! Der Gegenpol dessen, was das Berufsleben an Lärm und Anspannung, Unruhe und Schmutz auf den Wegen zur Arbeit - auf den Straßen, in den rollenden Eisenbahnen, auf den überfüllten Flugplätzen und bei der Arbeit hinter den Kulissen, auf der Bühne und in den Studios mit sich bringt.

Anne-Mane Blanc (Zürcher Schauspielerin)



Der Wald muß so bewirtschaftet werden, daß die Dauer, die Stetigkeit, das Gleichmaß und zugleich das Höchstmaß aller seiner Funktionen stets beibehalten werden. Dabei muß die Bodenkraft mindestens erhalten, wenn möglich aber verbessert werden.

Bonnemann



Mutterboden ist der Grenzhorizont zwischen oben und unten, ist die Kontaktfläche, an der die Kräfte des Kosmos mit den Kräften der Erde in Wechselwirkung treten. Mutterboden ist ein lebender Organismus, ein Lebewesen höherer Ordnung, von der Natur in Jahrtausenden aus Lebendigem und mit Hilfe von Lebendigem geschaffen und uns Heutigen als Grundlage unseres ganzen Daseins zur Verfügung gestellt. Mutterboden gehört zu jenen Lebensgütern, die wir nicht vergeuden dürfen, wenn wir nicht unseren Lebensraum uns selbst mutwillig schmälern wollen, sondern die wir als Treuhänder zu verwalten haben.

Alwin Seifert



Wir arbeiten ja nicht allein um das Brot, das uns das Leben fristet, um das Brandholz, welches gegen das Erfrieren schützt, und um das Bauholz, welches uns das notdürftigste Obdach gewährt, sondern auch damit wir so manchen geistigen Genuß uns verschaffen können. Gibt es aber einen solchen, der mehr allen Menschen zugänglich wäre, der länger aushält und der das Gemüt mehr erfrischt und erhebt als eine schöne Natur, und sind nicht schöne Bäume das erste, was ein anziehendes Landschaftsgemälde fordert?

Wilhelm Pfeil (1833)



Der Forstwirt wird seine Wälder nicht retten, wenn er seine Augen nur auf Holz zu richten versteht.

Karl Albrecht Kasthofer (1777 - 1853)



Daß die Wälder immer nur in Beziehung auf Holzbedürfnisse und nie in physikalischen und höheren landwirtschaftlichen Beziehungen angesehen werden, ist ein Irrtum, der tief und nachhaltig auf unseren Wohlstand wirkt.

Karl Albrecht Kasthofer (1777 - 1853)



Weißt du nicht, daß die Wälder das Leben eines Landes sind?

Babylonische Keilschrift

Gruppe: Waldzerstörung




Otto Urbach zu seinem Gemälde: „Der Wald verläßt die Erde“:
Was bleibt übrig? Eine arme, fremde, kalte und steinige Erde, auf der nur noch Maschinen existieren können und Menschen, die in diesen Maschinen ein trostloses Dasein fristen.



Kriege wurden allezeit nicht nur mit Blut, sondern zudem mit Wäldern bezahlt.

Erich Hornsmann



Wenn es keinen Wald mehr gibt, dann geht auch das Volk zugrunde.

Abraham Lincoln



Aus einem Baum kann man eine Million Streichhölzer machen, mit einem Streichholz kann man eine Million Bäume vernichten.

?



Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.

Georg Christoph Lichtenberg



Der Wald allein ist offensichtlich keine ausreichende Bezugsgröße für vernünftiges Handeln - das lehrt uns seine Geschichte. Erst
wenn es dem Menschen an den Kragen geht, denkt er wieder an ihn; oft ist es dann schon zu spät.

J. Kremser



Nichts Lebendiges ist möglich ohne den Baum, den Gott, der Herr vor den Tieren und Menschen erschaffen hat. Wo immer die Menschen ihre Bäume nicht achteten, sind sie arm und ihre Länder zu Wüsten geworden.

??



Man hat so oft gehört und gelesen: Wo der Mensch schlecht und erbärmlich wird, da wird auch die Natur schlecht und erbärmlich. Man kann den Spruch auch umkehren und sagen: Wo die Natur schlecht ist oder schlecht wird, da ist oder wird der Mensch auch schlecht. Der Mensch und die Natur machen einander gegenseitig. Mensch und Natur sind schlechter geworden, weil der Mensch mit seiner Natur übel haushielt und sein Land nicht so verwaltete, daß es schön und fruchtbar bleiben konnte. Gewöhnlich ist der Mensch als Zerstörer oder Versäumer schuld, wenn ein früher durch seine Fruchtbarkeit gepriesenes Land später als ein unfruchtbares und schlechtes Land gescholten wird. Der Mensch kann durch seine Unwissenheit und Ruchlosigkeit den Stürmen oder Sonnenstrahlen zuviel Gewalt geben, er kann die Regen vom Himmel und alle fruchtbare Feuchtigkeit ableiten von seinem Lande, ohne daß er seiner Torheit inne wird. Und ist solches einmal geschehen, dann mag er Himmel und Erde vergebens anrufen, kein Gott gibt ihm den verlorenen Segen wieder.

Ernst Moritz Arndt



So sind nun, verglichen mit dem damaligen Land, gleichsam nur noch die Knochen des erkrankten Körpers zurückgeblieben, da der fette und lockere Boden fortgeschwemmt wurde und nur das magere Gerippe des Landes zurückließ. In jenen alten Zeiten, da das Land noch unversehrt war, waren seine Berge hoch und mit Erde bedeckt, und seine Ebenen, die man jetzt als Steinboden bezeichnet, waren voll fetter Erde; auf den Bergen standen dichte Waldungen, von denen jetzt noch deutliche Spuren vorhanden sind. Jetzt bieten einige Berge nur noch den Bienen Nahrung; es ist aber noch gar nicht lange her, daß noch Dächer, aus den Bäumen verfertigt, die man als Balken dort für die größten Gebäude fällte, gut erhalten dastanden. Der Boden trug auch viele hohe Fruchtbäume und bot den Herden eine unerschöpflich reiche Weide; besonders brachte ihm auch der Regen im Lauf des Jahres reiches Gedeihen, denn das Wasser ging nicht wie jetzt, da es bei dem kahlen Boden in das Meer fließt, verloren, sondern der reichliche Boden nahm den Regen in sich auf und bewahrte das Wasser in seinem tonhaltigen Grund auf und ließ es dann von den Höhen in die Täler hinabfließen und gewährte so überall reichhaltige Quellen und Flüsse.

Plato

Gruppe: Nachhaltigkeit




Zu fällen einen schönen Baum
braucht's eine halbe Stunde kaum.
Zu wachsen, bis man ihn bewundert,
braucht er, bedenk es ein Jahrhundert.

Eugen Roth



Nachhaltigkeit ist nur in biologisch gesunden Wäldern gewährleistet, sie ist deshalb zunächst am Zustand der Waldesbiologie und der Waldessoziologie zu prüfen.

Josef Nikolaus Köstler



Alle Tagesentscheidungen können nur fruchtbar werden aus der lebendigen Erkenntnis der Waldesbiologie und der Nachhaltigkeit.

Josef Nikolaus Köstler



Die Forstwirtschaft bringt eine hohe sittliche Idee zum Ausdruck, wie das in keinem anderen Gebiet menschlicher Tätigkeit in solcher Weise der Fall ist: Maßhalten in der Inanspruchnahme von Vorteilen und Nutzen mit Rücksicht auf die Sicherung künftiger Leistungen. Intensive Pflege, hoher Aufwand an Arbeit und Geldmitteln, um Bedürfnisse kommender Generationen befriedigen zu können. Sich beschränken im Hinblick auf andere und das Ganze, Leistungen vollbringen, ohne selbst persönlichen Nutzen davon zu haben.

Karl Hasel



Nachhaltigkeit der Holzerzeugung bedeutet, daß die Holzproduktion nie unterbrochen wird, daß an die Stelle alter Bestände, die geerntet werden, sogleich Jungbestände von mindestens gleicher Wertleistung treten, daß die Nutzungsmöglichkeiten in einem Forstbetrieb nicht nachlassen, sondern mindestens auf gleicher Höhe bleiben, wenn nicht gesteigert werden.

Karl Hasel



Wie die Nutzung geregelt sein muß, so daß ihre Nachhaltigkeit gewährleistet ist, so muß auch jede waldbauliche Maßnahme so getroffen werden, daß durch sie die Nachhaltigkeit der Bodenkräfte als die Quelle aller Nachhaltigkeit der Nutzung gesichert bleibt; hierin ist voll und uneingeschränkt der Urwald das Ideal.

Heinrich Mayr

Gruppe: Waldbauliches



Der Waldbau hat die Aufgabe, sich an den ökologischen Grundlagen und weniger an kurzlebigen ökonomischen Überlegungen zu orientieren und die nachhaltige Leistungsfähigkeit der Wälder zu gewährleisten. Sein Ziel ist der wandlungsfähige Wald, dessen Aufbau ohne großes Risiko verhältnismäßig kurzfristig dem wechselnden Bedarf der Gesellschaft angepaßt werden kann. Als Grundlage gilt:
„Heile Umwelt ist wichtiger als wirtschaftliche Rentabilität“.

Hans Eisenmann



Alles menschliche Handeln im Walde ist vergeblich> wenn es gegen Gesetze der Natur verstößt. Erfolg kann nur solch menschlicher Tätigkeit beschieden sein, die aus den Quellen richtiger Naturerkenntnis schöpft.

Ernst Rohmeder



Das Komplexgebilde Wald sperrt sich gegen die moderne natur¬wissenschaftliche Forschung; dadurch bleibt im Waldbau der auffassenden und miterlebenden Intuition ein bedeutender Spielraum.

J. N. Köster



Nach allen Erfahrungen der letzten zweihundert Jahre mißtrauen wir im Wald den hurtigen Rationellen und fixen Tagesjongleuren.

J. N. Köstler



Der Wald besteht nicht nur aus Bäumen und er ist etwas ganz anderes als ein Holzacker oder gar eine von der Natur zur Verfügung gestellte Holzfabrik. Wie wir heute wissen ist der Wald wesentlich eine biologische Gemeinschaft in der zwar Bäume die herausragende Vegetationsform sind aber auch andere Pflanzen Tiere und der Boden von besonderer Bedeutung sind. Bäume, Büsche, Gräser, Blumen, Pilze, Insekten, Würmer, Vögel, Säugetiere, der Humus am Waldboden und die organischen Substanzen in der Erde bilden im Wald eine quasiorganische Einheit in welcher jedes von jedem abhängt und das Ganze - eben der Wald - wesentlich mehr ist als die Summe seiner Teile.

Nikolaus Lobkowicz



Francis Bacons Diktum, wir müßten, um die Natur beherrschen zu können, ihr gehorchen, bewahrheitet sich nirgends umfassender als gerade in der Forstwirtschaft.

Nikolaus Lobkowicz



Beim Forstwirt liegen zwischen der Saat und der Ernte so lange Zeiten, daß auch die Verwendung der kompliziertesten technischen Mittel nicht unbedingt von der Einsicht ablenkt, daß er nur deswegen als homo faber Erfolg hat, weil die Natur das ihre leistet.

Nikolaus Lobkowicz



Dem heimischen Walde hat der Forstmann mit soviel Ehrfurcht gegenüberzutreten, als die Schranken der Wirtschaftlichkeit irgend gestatten.

v. Salisch



Im Kulturwald fehlt die natürliche Phase des Sterbens und Verwesens; er ist weit lebensvoller und lebensfreundlicher als der Urwald.

J. Kremser



Unsere Waldungen werden sich aus dem von naturfernen Wirt¬schaftsweisen aufgepreßten Schema lösen und aus kränkelnden Zivilisationswäldern zu lebenskräftigen Kulturwäldern werden. Den Menschen zur Beglückung, der Landschaft zum Schutz, der Wirtschaft zum Nutzen!

Erich Hornsmann



Auch die Ameise nutzt dem Wald, wenn sie ihn nützt.

Erich Hornsmann



Im natürlichen Wald ist die Harmonie einer Lebensgemeinschaft verschiedenster Arten von Lebewesen am vollendetsten erreicht.

R. Francé



Endziel der forstlichen Naturpflege ist das ökologische Gleichgewicht.

Theodor Künkele



Naturnaher Waldbau entspricht den Forderungen der Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit, Schönheit. Dazu gehört in erster Linie die Erkenntnis der Lebensgemeinschaft des Waldes und die Auswertung der Harmonie aller im Walde tätigen Kräfte. Die Mittel der Natur bei dieser harmonischen Integration im Walde sind einerseits natürliche Zuchtwahl durch Wettbewerb und andererseits gegenseitige Förderung durch Anpassung und Arbeitsteilung.

Theodor Künkele



Wer dauernd naturwidrig wirtschaftet, zieht im Walde letztlich den Kürzeren, wenn auch erst nach Jahrzehnten.

Theodor Künkele



Im Roggenburger Walde des Forstamtes Breitental hat ein Forstmeister nach den schweren Sturmkatastrophen anfangs des 20. Jahrhunderts ein Denkmal aus Stein gesetzt:

„Willst du den Wald vernichten, so pflanze nichts als Fichten.“

Felix von Homstein



Wir können unsere Wälder nicht pflanzen, daß Dichter ihre Lieder darin singen können. Wir müssen uns aber bemühen, die Wälder so zu pflanzen und zu pflegen, daß den Dichtern das Singen nicht unmöglich wird.

Erwin Lauterwasser



Einen Wald zum Park zu machen und als solchen zu unterhalten, mag in mancher Hinsicht zweckdienlich sein. Aber mit der reichen, den zukünftigen Bestand auf natürliche Weise sichernden Vegetation ist es dann vorbei.

Albert Schweitzer in „Kultur und Ethik“



Im Urwald lassen sich manche Gesichtspunkte zur Beurteilung der Ansprüche einer Holzart an die Bodengüte gewinnen; in ihm stehen die Holzarten nach einem mehrhundertjährigen Kampfe ums Dasein auf ihren speziellen Standorten; der Kampf unter den erwachsenen Individuen wenigstens ist zeitweise zum Stillstand gekommen.

Heinrich Mayr (1854 - 1911)



Das Vorkommen einer artenreichen Vogelwelt in unserem Lebensraum ist eines der besten Anzeichen für dessen Gesundheit. Die Erhaltung einer gesunden Umwelt aber war, ist und wird immer lebensnotwendig für uns Menschen sein. Daher bedeutet Vogelschutz, im großen Zusammenhang gesehen, Schutz des Lebens in seiner ganzen Schönheit und erhabenen Größe. Daran tatkräftig mitzuwirken, sind alle verantwortungsbewußten Menschen aufgerufen.

Burkhart Schomburg



Nichts hat die Poesie des Waldes mehr getötet als unser Herumspähen nach jedem Spechtloch und jedem dürren Ast, jedem mit Flechten bedeckten Wipfel, um den Baum, der ihn trägt, als zurückgehend zu benutzen. Damit treiben wir das ganze Vogelheer, das hier seinen Aufenthalt hat, und das uns so manche Dienste leistet, aus dem Walde und machen ihn still, stumm und öde, während sonst jeder Baumwipfel belebt war.

Wilhelm Pfeil (1842)



Ein Wald in seiner höchsten forstlichen Vollkommenheit ist auch in seinem schönsten Zustande.

Gottlieb K. König (1776 - 1849)



In der Harmonie aller im Walde wirkenden Kräfte liegen das Rätsel und der Erfolg der forstlichen Produktion.

Joh. Carl Gayer (1822 - 1907)



Vor Jahrhunderten entsproß der Wald dem Boden ohne Zutun des Menschen, er erstarkte bei der noch ungeschwächten Erzeugungskraft der Erde und ungestört durch die unverständigen, räuberischen Eingriffe von Menschenhand zu einem Maße der Vollkommenheit, das heutzutage nur ausnahmsweise, im großen und ganzen als nicht mehr erreichbar betrachtet werden muß.

Joh. Carl Gayer



Der Wald kann und darf nicht denselben wirtschaftlichen Gesetzen unterstellt werden, welche für die übrigen Produktionsgewerbe maßgeblich sind, wenn er nicht seinem Verderben entgegengeführt werden soll. Aus der Natur des Waldes müßte geradezu das Gegenteil entnommen werden, - die gesetzliche Forderung der Stetigkeit, einer strengen Kontinuität und eines wohlbemessenen Konservativismus in den leitenden Grundsätzen der Produktion, denn auch die zur Produktion uns gebotenen Kräfte sind nicht wandelbar und einem Wechsel durch menschliche Initiative innerhalb der fundamentalen Lebensgesetze der Waldvegetation nur sehr wenig zugänglich.

Joh. Carl Gayer



Vom allgemeinen Gesetze der Mannigfaltigkeit, das wir durch die ganze Stufenleiter der organischen Welt vom Menschen bis hinab zum einzel ligen Spaltpilze gewahren, kann und darf der Wald keine Ausnahme machen, wenn er seinem ganzen Wesen nach nicht die empfindlichsten Störungen erfahren will.

Joh. Carl Gayer



Unsere ganze Aufmerksamkeit muß aber darauf gerichtet sein, der Natur ihr Verfahren abzulauschen, damit wir sie durch zwängende Vorschrift nicht widerspenstig machen, aber uns dagegen auch durch ihre Willkür nicht vom Zweck entfernen lassen.

Goethe



,,Wo aber Wälder sein müssn, da sollen sie nicht zugeben, daß sie zu sehr behauen und verwüstet werden.“

(Älteste bekannte waldpflegerische Anweisung aus dem Capitulare von 813)

Gruppe: Holz




Über eine Brücke aus Holz wurde das Leben aus früherer Zeit bis in unsere Tage weitergereicht.

Erich Hornsmann



Wer Wald will, muß auch Holz wollen. (Aber auch: Wer Holz will, muß auch Wald wollen)

Erich Hornsmann



Weil und während das Holz wächst, wachsen Schönheit des Waldes und alle seine guten Gaben mit.

Erich Hornsmann



Jeder funktionierende Wald setzt wachsendes Holz voraus und gibt gewachsenes zu ernten. Holz hat eben eine doppelte Bedeutung: Solange es wächst, ist es ein Wert und schafft den funktionierenden Wald; ist es gewachsen und wird es geerntet, ist es Ware.

Erich Hornsmann



Was wir in Industrie und Haushalt an Kohle, Erdöl, Erdgas und Torf verbrauchen, sind Vorräte an Energie, die der Baum und andere Pflanzen während 600 Jahrmillionen als Relikt ihres Lebens hinterließen. Aus jener Vergangenheit der Bäume betreiben wir unsere Art des Daseins.

Erich Hornsmann



Holz kann zur Not importiert werden, die Wohlfahrtswirkungen nicht.

Erich Hornsmann



Wer den Wald schützen will, muß seine Erzeugnisse nützen.

M. Kochskämper



Das ist etwas Geheimnisvolles. Kommt es daher, daß Holz ob auch noch so behauen und gestutzt und gehobelt, irgendwie lebendig bleibt? Es hat gelebt, wie ein heimliches Etwas in uns noch immer lebt. Und man beachte, wie selten man bei Menschen, die mit Holz zu schaffen haben, einem unglücklichen, verbitterten Gesicht begegnet.

J.B. Priestley



Hier ist ein Werkstoff, der natürlichste von allen, dessen Anblick, dessen Geruch, dessen Dasein erfüllt ist von den Kräften des Werdens und Wachsens. Noch in dem letzten rauhen Brett wissen wir die Kraft des Waldes, genährt von den Säften der Erde und erfüllt von der Sonne des Himmels. Die Spuren der Jahre und Gezeiten trägt dieser Werkstoff in feinen Linien und Zeichnungen an sich, und indem er uns schützend und wärmend umgibt, legt er ständig Zeugnis ab von der verschwenderischen Güte der Schöpfung.

H. Grohmann



Auch wenn wir keines Holzes mehr bedüften, würden wir doch noch den Wald brauchen.

Wilh. Hch. Riehl

Gruppe: Wild und Jagd




Daß man auf der Welt jagt, setzt voraus, daß es wenig Wild gibt.

Ortega y Gasset



Die heikelste Frage berührt dasVerhältnis Waldpflege und Jagd. Das Denken versagt immer, wenn die Leidenschaften zu herrschen beginnen. Auch in der Jagdfrage ist die Vernunft von vornherein der unterlegene Partner gegenüber atavistischen Trieben aus einer Zeit, in der sich die Menschen gegen wilde Tiere schützen, in der sie Fleisch zur Ernährung und Felle zur Kleidung erjagen mußten. Der atavistische Trieb hat bei den Großen der Erde von Nebukadnezar bis Wilhelm II. oft erstaunliche Formen des Zeitvertreibs angenommen.

J.N. Köstler



Ich sehe weder eine sittliche, noch eine praktische Begründung, Wildtiere nach dem Mopsprinzip verändern zu wollen.

K. Reulecke



Es ist eine sehr irrige Ansicht, daß die Liebe des Jägers zum Wild bloß in der Idee begründet sei, es nächstens totschießen zu können. Auch ist das Gefühl, womit man einen starken Hirsch durch den Schlag ziehen sieht, gewiß ein anderes als womit der Fleischer einen fetten Ochsen betrachtet. Nehmt dem Wald alles Wild und laßt ihm nur noch die Streusammler, Leseholzträger und Holzdiebe, und führwahr, ihr habt die Poesie desselben und mit ihr den unendlichen Reiz, den er für viele hat, gänzlich vernichtet.

Wilhelm Pfeil (1841)



Jäger, die ihr Wild lieben, sollten bedenken, daß sich ein Wildstand zuletzt nur erhalten läßt, wenn man ihn so in Schranken hält, daß er keinen wesentlichen Schaden weder im Holz noch im Feld veranlaßt.

Wilhelm Pfeil (1 848)



Ich hielt euch Jäger (zeitgemäße Gleichsetzung Jäger = Forstmann) für sehr gemeine Menschen, deren Taten sich über das Töten des Wildes nicht erheben. Aber ihr seid groß; ihr wirkt unbekannt, unbelohnt, frei von des Egoismus Tyrannei, und eures stillen Fleißes Früchte reifen der späten Nachwelt noch. Held und Dichter ernngen eitlen Ruhm. Fürwahr ich möchte ein Jäger sein!

Friedrich von Schiller



Und es lief ein gewaltiger Hirsch mit hohem Geweihe
Mir auf den Weg; er sprang aus der Weide des Waldes zum Bache
Lechzend hinab, denn ihn brannten bereits die Strahlen der Sonne.
Diesen schoß ich im Lauf und traf ihm die Mitte des Rückgrats,
Daß die eherne Lanz' am Bauche wieder herausfuhr;
Schreiend stürzt' er dahin in den Staub, und das Leben entflog ihm.

Homer
(aus: ,,Wald, Holz und Jagd bei Homer" von K.Crug in Forstwissenschaftliches Centralblatt Jahrg. 1954, S.290 ff.)

Gruppe: Volksweisheiten




Den Baum soll man in Ehren halten, von dem man Schatten hat.

xxx


Je höher der Baum, desto näher der Blitz.

xxx


Das Bäumchen biegt sich, doch der Baum nicht mehr.

xxx


Auf einen Hieb fällt keine Eiche.

xxx


Der Wald hat Ohren, das Feld Augen.

xxx


Er sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht.

xxx


Fälle nicht den Baum, der dir Schatten spendet.

xxx


Ein Baum mit einem geraden Stamm wirft keinen krummen Schatten.

xxx


Den hohen Baum rüttelt der Sturm mehr.

xxx


Wenn man einen Bimbaum gepflanzt hat, darf man keine Äpfel erwarten.

xxx


Iß die Frucht eines Baumes, aber nimm ihm nicht auch die Rinde.

xxx


Wie der Baum, so die Frucht.

xxx


Biege den Baum, solange er sich biegen läßt, lehre das Kind, solange es gehorcht.

xxx


Ein Mensch ohne Freude ist wie ein Baum ohne Wurzeln.

xxx


Er ist ein Kerl wie ein Baum. Er ist baumstark.

xxx


Der kommt nimmer in den Wald, der jeden Strauch fürchtet.

xxx


Je höher der Baum, je schwerer sein Fall.

xxx


Es ist dafür gesorgt, daß die Bäume nicht in den Himmel wachsen.

xxx


Hoher Baum fängt viel Wind.

xxx


Den jungen Bäumen, wenn sie gerade wachsen sollen, muß man immer etwas abhauen.

xxx


Den Baum muß man biegen, solange er jung ist.

xxx


Man ehrt den Baum des Schattens wegen.

xxx


Wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus.

xxx


Große Bäume geben mehr Schatten als Früchte.

xxx


Gute Bäume tragen zeitig.

xxx


Der Baum genießt seine Äpfel nicht.

xxx


Wer den Baum gepflanzt hat, genießt selten seine Frucht.

xxx


Auch ein guter Baum bringt ungleiches Obst.

xxx


Den Baum erkennt man an den Früchten.

xxx


Nach den Blättern fallen die Bäume.

xxx


Bösem Aste scharfe Axt!

xxx


Bäume, die zeitig grünen, verlieren früh ihre Blätter.

xxx


Ein alter Baum ist schwer zu verpflanzen.

xxx

Der stärkste Baum war auch ein Reis.

xxx


Er kommt auf keinen grünen Zweig.

xxx


Der scheint hinterm Walde zu wohnen.

xxx


Wer einen Baum pflanzt, kann nicht erwarten, in seinem Schatten zu ruhen.

China


Wenn du morgens einen Baum gepflanzt hast, darfst du nicht erwarten, daß er dir mittags schon Schatten gibt.

Rußland


Der Baum lebt vom Wasser, er bewahrt auch das Wasser.

Rußland


Du magst den Wolf, den du eingefangen hast, noch so gut füttern, er wird doch ständig nach dem Wald ausschauen.

Rußland


Grau, teurer Freund, ist alle Theorie und grün des Lebens goldner Baum.

Goethe


Vor Ziegenbock und Käferzahn soll man ein Bäumchen wahren.

Goethe


Ein Land ohne Bäume ist kein Vaterland.

Kemal Atatürk


Die Wälder gehen den Völkern voran, die Wüsten folgen ihnen.

Chateaubriand


Der Verstand ist wie ein Holzwurm, je tiefer er bohrt, desto dunkler wird es.

Norwegen



Vollkommenheit erlangt nur der Baum, der allein steht.

Japan



Aus dem abgestorbenen Baum wird immer noch ein tüchtiger Balken.

Paul Claudel



Man kann einen Baum nicht nach der Güte seiner Blätter einschätzen, sondern nur nach der Güte seiner Frucht.

Giordano Bruno



Der Baum auf dem Felde bedeutet des Menschen Leben.

5. Moses 20,19



Planst du für ein Jahr, so säe Korn.
Planst du für ein Jahrtausend, so pflanze Bäume.

Kuan-tzu (300 v. Chr.)



Wer Bäume pflanzt, wird den Himmel gewinnen.

Konfuzius



Gruppe: Dichtung

a)Wald



Gefällter Wald

Tausend Jahre gab mir Gott zu blühen,
Frucht zu tragen und das Weltgewölbe.
Tausend Jahre weideten die Sterne,
Mond und Sonne mir im dichten Laube.
Tausend Jahre war ich Duft und Atem,
Lied der Welt, der Allmacht Lob zu singen.
Tausend Jahre über Felsenklüften
bannten meine Wurzeln Flut und Leben.
Tausend Jahre - bis der Mensch mich fällte.
Wer nun wird des Himmels Schale halten,
Wolken, Regenwind und Nebel binden
und den Wassern Ufer sein, den dunklen?
Dorren muß der Erde taube Narbe,
und der Stürme und der Ungewitter
wüster Brodem wird der öden Weite
Haut um Haut von ihrer Schande reißen.
Und in aber tausend Jahren
wird die Sonne, alten Frevel rächend,
wie ein Geier über fahlem Opfer,
über steinernem Gerippe kreisen.

Franz Hermann Wills



Die ewigen Wälder

Unsere Häuser stehen auf zerstampften Feldern.
Die Felder haben uns lange verziehn.
Aber wir wohnen in erschlagenen Wäldern,
Bett und Schrank sind vom Walde geliehn.
Nachts, wenn Wolken das Dach umreiten,
sinken wir grund wärts wie Korn und Keim,
kehren wir in urälteste Zeiten,
in das Dunkel der Waldungen heim.
Läuft ein Schauer durch Birke und Buche
und den Schreibtisch aus Eichenbaum,
und es rauschen mit harzigem Ruche
ewige Wälder durch unseren Traum.
Wenn die Wipfel im Herbststurm knarren,
dünn sich der blätternde Vorhang bläht,
hebt sich ein Knacken in Schwellen und Sparren,
quillt es und schwillt es und ächzt im Gerät.
Und wenn sich Farne und Moose besamen,
raunt´s durch der Schrankfächer trockene Reih,
über Gestelle und Leisten und Rahmen
wie ein dunkles Stammesgeschrei.
Aber sie wollen sich ja nicht wehren.
Sie erwuchsen, drum haben sie Zeit.
Sie Verstummen im Frühlicht und kehren
heim in die große Geduldigkeit,
wissen: nach winzigen Menschenjahren
sind acht Bretter uns zugedacht,
Bretter, die Bäume im Walde waren.
(Auch die Bretter ächzen bei Nacht.)
Einmal aus den zerfallenen Brettern,
aus zerfallenem Fleisch und Bein
heben sich Bäume mit Ästen und Blättern,
ewige Wälder wolkenrein.

Werner Bergengruen



Die Wälder schweigen

Die Jahreszeiten wandern durch die Wälder.
Man sieht es nicht. Man liest es nur im Blatt.
Die Jahreszeiten strolchen durch die Felder.
Man zählt die Tage. Und man zählt die Gelder.
Man sehnt sich fort aus dem Geschrei der Stadt.

Das Dächermeer schlägt ziegelrote Wellen.
Die Luft ist dick und wie aus grauem Tuch.
Man träumt von Äckern und von Pferdeställen.
Man träumt von grünen Teichen und Forellen.
Und möchte in die Stille zu Besuch.

Die Seele wird vom Pflastertreten krumm.
Mit Bäumen kann man wie mit Brüdern reden
und tauscht bei ihnen seine Seele um.
Die Wälder schweigen. Doch sie sind nicht stumm.
Und wer auch kommen mag, sie trösten jeden.

Man flieht aus den Büros und den Fabriken
Wohin, ist gleich! Die Erde ist ja rund!
Dort, wo die Gräser wie Bekannte nicken
und wo die Spinnen seidne Strümpfe stricken,
wird man gesund.

Erich Kästner



Der Böhmische Wald

Das ist nicht ein Wald, wie sonst einer,
der Böhmische Wald.
Er ist so schwarz, wie sonst keiner –
Es hat ihn noch keiner gemalt
wie er ist.

Zwar sind die Wölfe, die Bären
nicht mehr
in seinen dunklen Schlüften.
Ach wären
sie's noch!
Dann die Jagdhunde her!
Was das Hifthorn sang,
das schallte zurück von dem Grunde.

Nur Pilze, die wachsen noch schwarz und auch rot,
und die Quelle, die rinnt, wie einst so kalt,
und die Felstrümmer stehn in Bärengestalt,
mit Moos um die riesigen Hüften.

Oft geht ein Wind
aus dem Böhmischen her,
und der Winter ist lang,
und der Sommer ist schwer
vom Grün und vom Gold,
das wipfelab rollt.

Wo das Wasser sich rührt
im grundigen Moor –
0, wie dort mit List
den Hasen aufspürt der Rotfuchs,
der es durchschnürt!
Seine Nase hat ihn geführt.

Es hat ihn, in seiner schwarzen Gewalt,
den Böhmischen Wald,
noch keiner gemalt', wie er ist.

Georg Britting



Filzwald

Dort, wo der Sturm an dem Gipfel zerbricht,
Steilt sich kein Stamm in das eisige Licht,
Ragt keine Krone auf hohem Gestühl
Laubschön und blühend ins Wolkengewühl.


Jeglicher Baum, den der Frost nicht zersprengt
Oder der Glutstrahl der Sonne versengt,
Jeglich Gewächs, das der Sturm nicht zerknickt,
Hält sich tief an die Erde gebückt.


Leuchtmoose spinnen sich über den Stein,
Moosbeeren hüllen den Filzgrund ein,
Zwergbirken ducken sich struppig zerzaust
Ueber das Kraut, wo die Natter haust.


Legföhren als ein gespenstischer Wald
Halten die Nadeln zu Büscheln geballt,
Kriechen im Kampfe mit Eisluft und Sturm
Ueber die Grate wie Schlange und Wurm.


Silberne Stämme, mit Runen beprägt,
Im Winde gewunden, vom Froste zersägt,
Krümmen sich zwischen dem Trümmerwerk
Wurzelhaft an dem umpeitschten Berg.


Alles was Leben und Wachstum begehrt
Hat sich zur schirmenden Erde gekehrt,
Aus deren Schoß alles Wachsende treibt,
Die allem Lebendigen Zuflucht bleibt.

Johannes Linke



Die großen Wälder ruhen –
Da tritt aus ihrem Rand
mit leisen Wanderschuhen
die Nacht ins müde Land.

Sie trägt auf ihren Flügeln
der Wälder dunklen Duft,
und auf den flachen Hügeln
wird schwer und feucht die Luft.

Sind dann erfrischt die Felder,
flieht in der Morgenstund
die Nacht in ihrer Wälder
geheimnisvollen Grund.

Otto Linck



Es fing Gehölz, Gehölz fing an zu sprechen,
und golden war die Rede, die da ging.

Serge Jessenin (Russ. Lyriker, 1895 – 1925)



Buchenwald

Es war der schönste Wald, den ich gekannt,
mit einem fremden, reichen Märchenleben.
Mohnblüten brannten rot an seinem Rand,
und Rehe tranken abends aus den Gräben.

Nur ein paar kurze Sommerstunden sah
ich kinderglücklich jene alten Buchen.
Und doch, ich weiß es: ist mein Sterben nah,
werd ich im Traum noch nach dem Walde suchen.

Agnes Miegel



Unruhig steht der hohe Kiefemforst,
die Wolken wälzen sich von Ost nach Westen.
Lautlos und hastig ziehn die Krähn zum Horst,
dumpf dröhnt die Waldung aus den braunen Ästen.


Richard Dehmel (1863 – 1920)



Waldlied

Arm in Arm und Kron' an Krone
steht der Eichenwald verschlungen,
heut hat er bei guter Laune
mir sein altes Lied gesungen.

Fern am Rande fing ein junges
Bäumchen an sich sacht zu wiegen,
und dann ging es immer weiter
an ein Sausen, an ein Biegen,

kam es her in mächt'gem Zuge,
schwoll es an zu breiten Wogen,
hoch sich durch die Wipfel wälzend
kam die Sturmesflut gezogen.

Und nun sang und pfiff es graulich
in den Kronen, in den Lüften,
und dazwischen knarrt und dröhnt es
unten in den Wurzelgrüften.

Manchmal schwang die höchste Eiche
gellend ihren Schaft alleine
donnernder erscholl mir immer
drauf der Chor vom ganzen Haine.

Einer wilden Meeresbrandung
hat das schöne Spiel geglichen;
alles Laub war weißlich schimmernd
nach Nordosten hingestrichen.

Also streicht die alte Geige Pan,
der Alte, laut und leise,
unterrichtend seine Wälder
in der alten Weltenweise.

In den sieben Tönen schwingt er
unerschöpflich auf und nieder,
in den sieben alten Tönen,
die umfassen alle Lieder.

Und es lauschen still die jungen
Dichter und die jungen Finken,
kauernd in den dunklen Büschen
sie die Melodien trinken.

Gottfried Keller



Du warest mir ein täglich Wanderziel
viellieber Wald in dumpfen Jugendtagen.
Ich hatte dir geträumten Glücks so viel
anzuvertrauen, wahren Schmerz zu klagen.

Und wieder such ich dich, du dunkler Hort,
und deines Wipfelmeers gewaltig Rauschen. –
Jetzt rede du! Ich lasse dir das Wort,
verstummt ist Klag und Jubel. Ich will lauschen.

Conrad Ferdinand Meyer



Ein Blatt aus sommerlichen Tagen,
ich nahm es so im Wandern mit,
auf daß es einst mir möge sagen,
wie laut die Nachtigall geschlagen,
wie grün der Wald, den ich durchschritt.

Theodor Storm



Einmal ums andere
vom Lenzhauch geschwellt,
ruf ich: wie schön ist's,
wie schön in der Welt!
Ich sollte sagen:
Wie schön ist's im Wald!
Denn der Wald ist mein Aufenthalt,
und die Welt hat über mich keine Gewalt.

Friedrich Rückert



O Täler weit, O Höhen,
o schöner grüner Wald,
du meiner Lust und Wehen
andächtger Aufenthalt!
Da draußen stets betrogen
saust die geschäftge Welt,
schlag noch einmal die Bogen
um mich, du grünes Zelt!
Wenn es beginnt zu tagen,
die Erde dampft und blinkt,
die Vögel lustig schlagen,
daß dir dein Herz erklingt:
Da mag vergehn, verwehen
das trübe Erdenleid,
da sollst du auferstehen
in junger Herrlichkeit.

J. von Eichendorff



Nacht

Ich stehe in Waldes Schatten
wie an des Lebens Rand,
die Länder wie dämmernde Matten,
der Strom wie ein silbernes Band.

Von fern nur schlagen die Glocken
über die Wälder herein,
ein Reh hebt den Kopf erschrocken
und schlummert gleich wieder ein.

Der Wald aber rühret die Wipfel
im Traum von der Felsenwand.
Denn der Herr geht über die Gipfel
und segnet das stille Land.

J. von Eichendorff



Im Grünen

Im Wald, im hellen Sonnenschein
wenn alle Knospen springen,
da mag ich gerne mittendrein
eins singen.

Wie mir zumut in Leid und Lust,
im Wachen und im Träumen,
das stimm' ich an aus voller Brust
den Bäumen.

Und sie verstehen mich gar fein,
die Blätter alle lauschen
und fall'n am rechten Orte ein
mit Rauschen.

Und weiter wandelt Schall und Hall
in Wipfeln, Fels und Büschen,
hell schmettert auch Frau Nachtigall
dazwischen.

Da fühlt die Brust am eignen Klang,
sie darf sich was erkühnen –
o frische Lust: Gesang! Gesang
im Grünen!

Emmanuel Geibel



Waldeinsamkeit,
die mich erfreut,
so morgen wie heut
in ewiger Zeit.
O wie mich freut
Waldeinsamkeit.

Ludwig Tieck



Es lebt der Wald von wunderbaren Zungen.

Ludwig Tieck



Nur Platz!
Nur Blöße!
Wir brauchen Räume!
Wir fällen Bäume,
die krachen, schlagen.
Und wenn wir tragen,
so gibt es Stöße.
Zu unserem Lobe
bringt dies ins Reine,
denn wirkten Grobe
nicht auch im Lande,
wie kämen Feine
für sich zustande,
so sehr sie witzten;
des seid belehret:
Ihr bald erfröret,
wenn wir nicht schwitzten.

Goethe Faust II (Die Holzfäller)



Im Walde bin ich König,
der Wald ist Gottes Haus;
da weht ein starker Odem
lebendig ein und aus.

Wilhelm Müller (1794 - 1827)



Auf halbem Wege unseres Lebens fand ich mich verirrt in einem dunklen Walde, weil ich den rechten Pfad verloren habe. Hart ist es, ach, zu sagen, wie er war, der Wald: so wild und rauh und dicht, daß Erinnerung daran die Angst erneut. Es kann der Tod kaum etwas ärgeres sein.

Dante in “Die Göttliche Komödie“



Wie die Blätter im Walde, so sind die Geschlechter der Menschen.
Blätter verweht zur Erde der Wind nun, andere treibt dann
wieder der knospende Wald, wenn neu auflebet der Frühling.
Also der Menschen Geschlecht; dies wächst und jenes verschwindet.

Homer

b) Bäume



Der Baum spricht:

Ich wachse langsam. Meine Zeit
ist eine lange Geduldigkeit.
An jedem wuchs ich, was mir ward,
kein Reif zu jäh, kein Frost zu hart.
Ich wachs am Dunkel, draus ich stieg,
ich wachs am Licht, darin ich mich wieg,
ich wachs am Wurm, der an mir nagt,
ich wachs am Sturm, der mich durchjagt.
Verwandelnd zwing ich jede Kraft,
hinaufzudehnen meinen Schaft.
Ich dulde Blitz und Glut und Guß,
ich weiß nur, daß ich wachsen muß.
Und schau ich hoch auf alle Welt,
und kommt die Stunde, die mich fällt,
schmück Tempel ich und Paradies
des Gottes, der mich wachsen ließ.

Ernst Bertram



Dem Himmel wachs' entgegen der Baum, der Erde Stolz!
Ihr Wetter, Sturm und Regen verschont das heilig Holz!

Goethe



Tritt ein, der du verwandert bist und blind!
Wenn einst in Träumen laut war hohes Rufen
um Gott -: Die Bäume sind zu ihm die Stufen.

Paul Zech



Baum im Asphalt
Grüß jeden Baum,
der dir am Saum
der Straße begegnet.
Er ist ein Held.
Sein Bruder im Feld
ist reich und gesegnet.

Im Straßengedärm
der Großstadt quirlt Lärm
aus tausend Motoren.
Der Baum schaut zu.
Er ist wie du
zum Sterben geboren.

Der Wind, sein Gespiel,
erzählt ihm so viel
von Auen und Seen.
Schwer atmet sein Laub
in Giftdunst und Staub.
Wie lang wird er stehen?

Der Großstadtbaum schweigt.
Kein Vogellied steigt
in Goldton-Kaskaden.
Was macht ihn noch froh?
Ich denke mir, so
im Regen zu baden.

Grüß jeden Baum,
der dir am Saum
der Straße begegnet.
Er ist ein Held.
Sein Bruder im Feld
ist reich und gesegnet.

Werner Thallemer



Aus einem Gedicht Josef Weinhebers über einen Großstadtbaum:

Gebt Raum, ihr Mauern! Himmel, brich
herab auf ihn und mach ihn frei!
Er blühte nie, er martert mich!
Er ist mein Herz, mein Lebensschrei!



Die Seele wird vom Pflastertreten krumm.
Mit Bäumen kann man wie mit Brüdern reden
und tauscht bei ihnen seine Seele um.
Die Wälder schweigen, doch sie sind nicht stumm.
Und wer auch kommen mag, sie trösten jeden.

Erich Kästner



Das Wunder alter Bäume

Ich möchte wie ein Baum sein,
langsam wachsen Jahr um Jahr
und Ring um Ring geduldig reifen.

Ich möchte wie ein Baum sein,
an Leid und an Gefahren,
wie er, am Sturme wachsen.

Ich möchte wie ein Baum sein,
Wurzeln senken tief in Erdengrund,
Zweige heben
hoch zu Sonn und Sternen.

Ich möchte wie ein Baum sein,
daß ich in Regen wie in Sonnenglut
Dir zu Schirm und Schatten stünde.

Otto Heuschele



Dank an die Bäume.

Zu euch, im Rauschen stummberedte Bäume,
horch ich hinauf, und meinem Blick gewährt
ihr stillen Flug in eure Dämmerräume.
Ihr kühlt mir sommerlang den Atemzug,
behütet mir die Seele unversehrt,
und eure Düfte nähren meine Träume.

Da fällt ein Blatt - und mich durchfährt die Scham,
daß ich noch nie nach euren Wünschen frug.
Ihr gabt und gabt, ich aber nahm und nahm.

Doch was ist mein, das euch, die Hohen, ehrt?

O, nur die Sonne ist erlaucht genug,
und taubeschwert die Wolken nur und Winde,
Segen zu strömen über Laub und Rinde.

Ihr aber segnet mich gleich einem Kinde,
von dem man Gabe nicht, noch Dank begehrt.

Robert Faesi



Unbekannte Bäume

Viel zu wenig kennen wir die Bäume,
die vor unserm Fenster stehn und rauschen.
Viel zu selten baun sich unsre Träume
Nester, um die Winde zu belauschen.

Und des Himmels Silberwolkenspiele
gehn vorüber, ohne uns zu trösten,
ganz vergessen haben wir soviele
Wunder, die das Herz uns einst erlösten.

Ina Seidel



Der Wetterriese

Da stehst du wirr verloren, einsam oben
auf einer kargen Alpenweide Grund,
hast dir den Schlapphut ins Gesicht gezogen
und schaust mit düstrem Ernste in die Rund.

Dir hat der Schnee die Achseln tief gezwungen,
der Blitzstrahl dich geschunden und zerfetzt,
der Sturm ist übel mit dir umgesprungen
und hat an deinem Leib den Zahn gewetzt.

Doch welch ein Wunder! Deiner Hände Schwanken
ist schüchtern trotzig himmelwärts gekehrt!
Sei's dir ums Beten oder um ein Danken –
Du Dulder bist mit Gnadenkraft bewehrt.

Jakob Boßhart (1862 – 1924)



Frühlingsgrüner, lichter Jubel spricht
aus dem schlanken, grauen Stamm ins klare,
federwolkenhelle Himmelslicht.
Und ein Baum vergaß die Winterjahre.

Und weil dies auf steinig-steilen Graten,
wo der schlimme Föhnsturm fegt, geschah,
nennt den Baum mir nicht nur wohlgeraten,
nennt den Baum mir glückhaft - himmelsnah.

Seine schmalen, nadelgleichen Blätter beben,
wenn der Wildbach stäubt und sprüht,
heben froh in Wolke, Wind und Wetter,
bis sein rotes Holz im Kern erglüht.

Muffat



Der Bohrturm

Es steht ein schwarzes Gespenst im Moor,
das ragt über Büsche und Bäume empor.
Es steht da groß und steif und stumm,
sieht lauernd sich im Kreise um.

Im Rosenrot prangt das Heideland.
„Ich zieh dir an ein schwarzes Gewand.“
Es liegt das Dorf so still und klein.
„Dich mache ich groß und laut und gemein.“

Es blitzt der Bach im Sonnenschein.
„Bald wirst du schwarz und schmutzig sein.“
Es braust der Wald so stark und stolz.
„Dich fälle ich zu Grubenholz.“

Die Flamme loht, die Kette klirrt.
Es zischt der Dampf, der Ruß, der schwirrt.
Der Meißel frißt sich in den Sand.
Der schwarze Tod geht durch das Land.

Hermann Löns



Herbstbild

Dies ist ein Herbsttag, wie ihn keiner sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
die schönsten Früchte ab von jedem Baum.

O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese> die sie selber hält;
denn heute löst sich von den Zweigen nur,
was vor dem milden Strahl der Sonne fällt.

Friedrich Hebbel



Herbst

Die Blätter fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.
Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.

Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.

R.M. Rilke



Pflanz einen Baum, mein Freund, und laß dich mahnen:
pflanz einen Wald, wenn du es irgend kannst!
Frag nicht, wer einst in seinem Schatten tanzt,
und denke nur, es haben deine Ahnen,
die dich nicht kannten, auch für dich gepflanzt.

Anonym




Rot blüht im Wald der Seidelbast,
Märzdrossel singt vom Buchenast.
Salweide streut den Blütenstaub,
der Igel wühlt im alten Laub.
Rotkehlchen springt, und rätsch-pink-pink
ruft hell im Busch der Regenfink.
Die Schnepfe streicht, die Krähen nahn,
und kollernd balzt der Haselhahn.
Erdkröte knurrt und zieht im Teich
in langen Schnüren ihren Laich.
Beim Reiherschrei am hellen Tag
paukt Donner ersten Frühlingsschlag.
Nun gebt dem neuen Leben Raum:
ein jeder pflanze einen Baum!

Ferdinand Oppenberg



Ich sage euch: s´ ist alles heilig jetzt!
Und wer im Blühen einen Baum verletzt,
der schneidet ein wie in ein Mutterherz;
und wer sich eine Blume pflückt zum Scherz
und sie dann von sich schleudert sorgenlos,
der reißt ein Kind von seiner Mutter Schoß.
Und wer dem Vogel jetzt die Freiheit raubt,
der sündiget an eines Sängers Haupt.
Und wer im Frühling bitter ist und hart,
vergeht sich gegen Gott, der sichtbar ward.

Eugen Roth



Ein Mensch pflückt, denn man merkt es kaum,
ein Blütenreis von einem Baum.
Ein andrer Mensch, nach altem Brauch,
denkt sich, was der tut, tu ich auch.
Ein dritter, weil's schon gleich ist,
faßt jetzt ohne Scham den vollen Ast.
Und sieh, nun folgt ein Heer von Sündern,
den armen Baum ganz leer zu plündern.
Von den Verbrechern war der erste,
wie wenig er auch tat, der schwerste.
Er nämlich übersprang die Hürde
der unantastbar reinen Würde.

Eugen Roth



„Umweltschutz“

Er hat eine alte Platane gerettet.
Sie stand - nein, sie steht! - am Nollendorfplatz.
Er hat zehntausend Bäume untergebettet,
Straßen- und Waldsäume niedergeplättet,
Knollen und Wurzeln gewalzt und zerkettet,
doch der Knollen am Nollendorfplatz ist gerettet!
(Sagte da jemand: das ist für die Katz?).
Nun verleiht er sich selbst den Platanenorden:
Die Platanenplakette, von Stolz gebläht.
Mag er weiter im Süden, Westen und Norden
jede Woche ein paar hundert Bäume ermorden:
Die Platane von Nollendorf, siehe, sie steht!

Julius Posener

c) Baumarten



Unsterblich duften die Linden –
was bangst du nur?
Du wirst vergehn,
und deiner Füße Spur
wird bald kein Auge mehr im Staube finden.

Doch blau und leuchtend wird der Sommer stehn
und wird mit seinem süßen Atemwehn
gelind die arme Menschenbrust entbinden.

Wo kommst du her? Wie lang bist du noch hier?
Was liegt an dir?

Unsterblich duften die Linden.

Ina Seidel



An eine Linde

Schöne Linde,
deine Rinde
nehm den Wunsch von meiner Hand
Kröne mit den sanften Schatten
diese saatbegrasten Matten,
stehe sicher vor dem Brand.
Reißt die graue Zeit hier nieder
deine Brüder:
soll der Lenz dir diese Äst'
jedes Jahr belauben wieder
und dich hegen wurzelfest.

Johann Klaj (1616 - 1656)



Im Winde wehn die Lindenzweige
von roten Knospen übersäumt.
Die Wiegen sind's, worin der Frühling
die schlimme Winterzeit verträumt.

Theodor Storm



Mittag

Am Waldessaume träumt die Föhre,
am Himmel weiße Wölkchen nur;
es ist so still, daß ich sie höre,
die tiefe Stille der Natur.

Rings Sonnenschein auf Wies und Wegen,
die Wipfel stumm, kein Lüftchen wach,
und doch, es klingt, als ströme Regen
leis tönend auf das Blätterdach.

Theodor Fontane



Birke

Zierliche Birke, du, neige
dich in den Himmel hinein,
in deine hängenden Zweige
kehrt der Abendstern ein.

In dem zarten Gehäuse
leuchtet er doppelt klar,
ein Fisch in himmlischer Reuse,
golden und wunderbar.

Wilhelm Klemm



Birkenlegendchen

Birke, du schwankende, schlanke,
wiegend am blaßgrünen Hag,
lieblicher Gottesgedanke
vom dritten Schöpfungstag.

Gott stand und formte der Pflanzen
endlos wuchernd Geschlecht,
schuf die Eschen zu Lanzen,
Weiden zum Schildgeflecht. .

Sinnend in göttlichen Träumen
gab seine Schöpfergewalt
unter den mannhaften Bäumen
einem die Mädchengestalt.

Birke, du mädchenhaft Schlanke
schwankend am grünenden Hag,
lieblicher Gottesgedanke
vom dritten Schöpfungstag.

B.v. Münchhausen



Die Eichbäume

• . . ihr Herrlichen! steht wie ein Volk von Titanen
in der zahmeren Welt und gehört nur euch und dem Himmel,
der euch nährt und erzog, und der Erde, die euch geboren.
Keiner von euch ist noch in die Schule der Menschen gegangen,
und ihr drängt euch, fröhlich und frei, aus der kräftigen Wurzel
untereinander herauf und ergreift, wie der Adler die Beute,
mit gewaltigem Arme den Raum, und gegen die Wolken
ist euch heiter und groß die sonnige Krone gerichtet.
Eine Welt ist jeder von euch, wie die Sterne des Himmels
lebt ihr, jeder ein Gott, in freiem Bunde zusammen.

Friedrich Hölderlin



Aus ,,Eiche im Sturm"

Grimmig gründ' ich mich mit Wurzelgriffen
in der mächtgen Mutter Erde,
freudig reck ich die Krone zum Licht;
denn bei deinen Geierpfiffen,
Bruder Sturm, spür ich das Werde,
ahn ich erschauernd ewiges Gericht.

Walter Schädelin



Die Hecken rings begrünen sich zumal.
Der alte Eichbaum dunkelt schroff und kahl.
Ihm ist's genug, daß er von früh bis spät
in einem Kranz von Anemonen steht.

Zur Nacht, wie wird die Erde grau und leer,
wie raunt der Wind, wie rauscht das ferne Wehr.
..... Ob er der zarten Anemonen denkt,
wenn seine Krone voller Sterne hängt?

Owlglaß



Die Tanne ist der Lieblingsbaum des Winters. Andere Bäume recken ihre Äste auseinander, zueinander; sie suchen Wärme, es sind gesellige Bäume. Die Tanne aber wächst kerzengerade, wie ein einziger Gedanke; die breiten Nadeltatzen ihrer Zweige sind verschwiegen, sie hüten ein Geheimnis. Sie hat im Winter schwerere Lasten zu tragen als jeder andere Baum, aber dafür ruht ihr Geheimnis so wohlverwahrt wie sonst zu keiner Zeit. Darum spürt auch kein anderer Baum den Frühling so schmerzhaft wie die Tanne. Noch lastet der Schnee auf ihr, aber er ist nicht mehr das, was er früher war -und es kommt der Augenblick, da sie mit einem Seufzer ihre Zweige hebt und in einem Strom von glitzernden Tränen erwacht.

Sigismund von Radecki



Ihren eigenen Klang hat die Pinie;
der Myrthe Lied im Regen
tönt anders,
und wieder verschieden
ist der Sang
des schlanken Wacholders.
Und der vielen Bäume
Geäst und Gezweig,
unzähligen Instrumenten gleich,
von Millionen Fingern
berührt und geschlagen,
singen und klingen
nach ihrer Art. –
Im Rauschen und Brausen
des wogenden Haines
sind wie ertrunken wir,
verschlungen vom lebenden
Atem der Bäume.

Gabriele d' Annunzio

Gruppe: Verschiedenes



Inschrift auf einer alten Schießscheibe:

Hast du im Leben hundert Treffer,
man sieht<s, man nickt und läßt's dabei.
Doch wütend kläfft der kleinste Kläffer,
schießt du ein einzigmal vorbei.



Köpfe, die nur den Nutzen und das Brauchbare bedenken,
vernutzen und verbrauchen die Welt nur.

Friedr. Gg. Jünger



Ich freue mich über jeden Sieg der Brennessel über den Beton.

Jean Giono



Wir haben das Gehör verloren für die Sprache der Natur, weil wir den Gebrauch dieses Organs vernachlässigten; wir haben es verlernt, weil wir so viel anderes dazugelernt haben, daß wir schon glauben, mehr zu wissen als die Natur.

Theodor Künkele



Trotz aller der Menschheit zur Verfügung stehenden Bodenschätze der Erde ist doch die Pflanze allein das Wesentliche für die Erhaltung unseres Lebens.

H. Gerlach



Unser Naturschutz soll nicht nur der klassische Naturschutz des Bewahrens und der Förderung sein, sondern ein schöpferischer Naturschutz der Wiederherstellung und der Erneuerung. Er befaßt sich nicht nur mit der Natur, sondern mit der gesamten Beziehung zwischen dem Menschen und seiner Umwelt. Sein Thema ist nicht nur das Wohlergehen des Menschen, sondern auch die Würde des menschlichen Geistes.

Lyndon B. Johnson



Mit verengten Spezialisten soll man nicht streiten.
Sie kennen den Preis von allem und den Wert von nichts.

Horst Stern



Die eigentlich menschenfeindliche Leistung unserer Gesellschaft ist nicht die Technik: Es ist die große Denuziation der menschlichen Emotion. Die weit fortgeschrittene Vergötzung des Verstands und die Verketzerung des Gefühls führen zu einer Computergläubigkeit mit schon religiösen Zügen.

Horst Stern



Von der kleinen Zukunft sich ein möglichst großes Stück abbeißen, das ist schlau.
So wird die große Zukunft, die wir mit etwas mehr Geduld haben könnten, aufgezehrt,
zuerst in uns selbst, und dann gewiß in unserer Welt.

Christian Schütze



Bald wird man überall hinfahren können, nur wird es sich nicht mehr lohnen, dort anzukommen.

Konrad Lorenz



Die Tätigkeit des Menschen unterscheidet sich von jener des Tieres dadurch,
daß ihr Einfluß auf die Umwelt nicht ausgeglichen wird.

George P. Marsh



Was macht den großen Naturforscher aus? Er soll nicht herrschen, sondern horchen, er soll sich dem Gehorchten anpassen und sich nach ihm ummodeln.

Adolf Baeyer



Was immer du tust, in der Natur oder im Laboratorium –
was immer du tust zum Nutzen oder zur Lust, zur Qual oder zum Tode, -
niemals bist du selbstherrlicher Schöpfer, immer verantwortliches Geschöpf.

Felix von Hornstein



Ins Innere der Natur dringt kein erschaffner Geist.

Albrecht von Haller



jeder dumme Junge kann einen Käfer zertreten,
aber alle Professoren der Welt können keinen herstellen.

Schopenhauer



Unkraut nennt man die Pflanze, deren Vorzüge noch nicht erkannt worden sind.

Ralph Waldo Emerson



Die Erde gehört nicht den Menschen, der Mensch gehört der Erde.

Häuptling Seattle (1855)



Was die Erde befällt, befällt auch die Söhne der Erde.

Häuptling Seattle (1855)



Die Erde verletzen, heißt ihren Schöpfer verachten.

Häuptling Seattle (1855)



Wir wissen, daß der weiße Mann unsere Art nicht versteht. Ein Teil des Landes ist ihm gleich jedem anderen, denn er ist ein Fremder, der kommt in der Nacht und nimmt von der Erde, was immer er braucht. Die Erde ist sein Bruder nicht, sondern Feind, und wenn er sie erobert hat, schreitet er weiter. Er läßt die Gräber seiner Väter zurück und kümmert sich nicht. Seiner Väter Gräber und seiner Kinder Geburtsrecht sind vergessen. Er behandelt seine Mutter, die Erde, und seinen Bruder, den Himmel wie Dinge zum Kaufen und Plündern, zum Verkaufen wie Schafe oder glänzende Perlen. Sein Hunger wird die Erde verschlingen und nichts zurücklassen als die Wüste.

Häuptling Seattle (1855)



Was ist der Mensch ohne die Tiere? Wären alle Tiere fort, so stürbe der Mensch an großer Einsamkeit des Geistes. Was immer den Tieren geschieht, geschieht bald auch den Menschen. Alle Dinge sind miteinander verbunden. Was die Erde befällt, befällt auch die Söhne der Erde.

Häuptling Seattle (1855)



Der Mensch schuf nicht das Gewebe des Lebens, er ist darin nur eine Faser. Was immer ihr dem Gewebe antut, das tut ihr euch selber an.

Häuptling Seattle (1855)



Die Kinder, dacht' ich, sind jünger als wir, können sich noch erinnern, wie sie ebenfalls Blumen oder Vögel waren, und sind also noch imstande, dieselben zu verstehen. Unsereins ist schon zu alt und hat viel Sorgen, Jurisprudenz und schlechte Verse im Kopf.

Heinrich Heine



Wer sein besonderes Lehrfach nur als sein besonderes kennt und nicht fähig ist, weder das Allgemeine in ihm zu erkennen noch den Ausdruck seiner universellen wissenschaftlichen Bildung in ihm niederzulegen, ist unwürdig, Lehrer und Bewahrer der Wissenschaften zu sein.

Friedr. v. Schelling



Es ist in der Forstwissenschaft wie bei allem übrigen menschlichen Wissen, daß sehr viel Zeit und Anstrengung dazugehört, einsehen zu lernen, wie mangelhaft unser Wissen überhaupt ist und vorderhand wohl auch bleiben wird.

Wilhelm Pfeil (1824)



Stillstehen kann man nicht, ohne zurückzubleiben. Will man nicht fortschreiten, so muß man wenigstens nachfolgen. Dazu gehört aber, daß man mindestens weiß, daß andere nicht mehr auf der alten Stelle stehen, sondern fortgeschritten sind.

Wilhelm Pfeil (1837)



Die Natur ist das einzige Buch, das auf allen Blättern großen Gehalt bietet.

Goethe



Natur! Wir sind von ihr umgeben und umschlungen - unvermögend, aus ihr herauszutreten . . .
Sie schafft ewig neue Gestalten, was da ist, war noch nie, was war, kommt nicht wieder:
alles ist neu und doch immer das alte.

Goethe



Natur, wie sicher und groß erscheinst du in allem!

Goethe



Nichts ist widerwärtiger als die Majorität: denn sie besteht aus wenigen kräftigen Vorgängern, aus Schelmen, die sich akkomodieren, aus Schwachen, die sich assimilieren, und aus der Masse, die nachtrollt, ohne nur im mindesten zu wissen, was sie will.

Goethe (Über die Naturwissenschaft. IV.)



Wenn die menschliche Gesellschaft entwickelter und verwickelter, wenn der Reiz leerer Vergnügungen und unerstättlicher Habsucht, die Jagd auf falsche und erkünstelte Bedürfnisse drängender und brennender werden, dann verliert der Mensch die Ruhe und Besonnenheit, wodurch er das Größte und Tiefste erkennen kann:
Das zarte Fühlen und Verstehen der Natur und ihrer geheimen Kräfte. Dann beginnt die unverständliche Willkür zu verderben, was die unbewußte Einfalt einst so schön gemacht und eingerichtet hat.

Ernst Moritz Arndt



Wer bewirkt, daß dort, wo bisher nur ein Halm wächst, nunmehr daraus drei wachsen, der leistet mehr für sein Volk als der Feldherr, der eine große Schlacht gewinnt.

Friedrich II. von Preußen



Die Wälder werden immer kleiner, das Holz nimmt ab, was sollen wir anfangen? Oh, zu der Zeit, wenn die Wälder aufhören, können wir sicher solange Bücher brennen, bis wieder neue aufgewachsen sind.

Gg. Christoph Lichtenberg



Gehe hin zur Ameise, du Fauler: siehe ihre Weise an und lerne! Ob sie wohl keinen Fürsten noch Hauptmann noch Herrn hat, bereitet sie doch ihr Brot im Sommer und sammelt ihre Speise in der Ernte.

Salomo, Sprüche 6,6

Poster

Zitatenbaum

Online Bestellung möglich